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Oma für ein paar Stunden

Bewusst Leben

Ein Artikel in der KirchenZeitung hat sie neugierig gemacht. Daraufhin hat sich Brigitte Potesil beim Omadienst erkundigt und war bald darauf selber Leihoma. Jetzt, nach drei Jahren, macht ihr diese Aufgabe immer noch großen Spaß.

Ausgabe: 8/2020
18.02.2020
- Brigitta Hasch
Leihoma Brigitte Potesil mit „ihren“ Enkerln, den Zwillingen Anni und Marie.
Leihoma Brigitte Potesil mit „ihren“ Enkerln, den Zwillingen Anni und Marie.
© omadienst

„Die Kinder entwickeln sich ständig weiter. Jedes Mal, wenn ich komme, sehe ich das, und es macht mir Freude“, die 66-jährige Brigitte Potesil betreut die Kinder zweier Familien als Leihoma und gemeinsam genießen sie das. „Ich bin ja nur für sie da. Es gibt nebenbei keine Hausarbeit oder sonst etwas, das ablenken würde. Ich hab Zeit mit ihnen zu spielen, eine Geschichte vorzulesen oder auf den Spielplatz zu gehen. Sie stellen mir Fragen, die ich in aller Ruhe beantworten kann oder wir blättern Fotoalben durch und schauen uns Bilder von den Familienurlauben an.“ Die Kinder dürfen sich wünschen, was gemacht wird. Natürlich gibt es auch Absprachen mit den Eltern. Besonders was die Fernsehzeiten anbelangt, muss das so sein, findet Brigitte Potesil.

 

Vertrauensverhältnis

Als Leihoma ist sie nur stundenweise da. Und trotzdem hat sich zwischen ihr und den Kinder rasch eine Nähe entwickelt, man ist zusammengewachsen. „Sie freuen sich nicht nur auf mich. Sie erzählen mir auch sehr persönliche Sachen. Oder was ganz Alltägliches, zum Beispiel dass die Schuhe zu klein geworden sind und die Mama das noch nicht weiß“, lacht die rüstige Leihoma.

 

Zwischen Alltag und Besonderheiten

Normalerweise holt die Leihoma die Kinder von der Tagesmutter oder im Kindergarten ab. „Dort kennt man mich in der Zwischenzeit gut. Auch die anderen Kinder wissen, wer ich bin.“ Eine Begebenheit dabei bringt Brigitte Potesil noch heute zum Lachen: „Ein Bub im Kindergarten meinte, ich schau nicht aus wie eine richtige Oma und seine Oma schaue ganz anders aus!“
Wenn es das Wetter erlaubt, ist sie mit den Kindern oft im Freien. „Wir spielen viel, am liebsten verstecken. Und wenn ich mich nicht runterbücken kann, dann höre ich von den Kindern ,Gell, dazu bist du schon zu alt!‘ Weil Kinder halt ehrlich sind und einem unverblümt die Wahrheit sagen.“ Eher die Ausnahme ist es, wenn Oma Brigitte mit den Kinder einen Film im Fernsehen anschaut. Zum einen muss das mit den Eltern ausgemacht sein und zum anderen ist es wichtig, dass man viel dazu erklärt oder die Handlung nachher bespricht. Bei der Bettruhe ist die Leihoma konsequent. „Natürlich erzähle ich Geschichten, aber irgendwann wird auch geschlafen.“

 

Wertschätzung

Es gibt regelmäßige Zeiten und es gibt Ausnahmen für die Kinderbetreuung. „Wenn die Eltern gemeinsam einen Abend verbringen möchten oder die Einkäufe vor Weihnachten anstehen, werde ich gefragt, ob ich zusätzlich ein paar Stunden Zeit hätte. Es ist ein sehr wertschätzender Umgang miteinander und es funktioniert für alle unkompliziert.“

 

Man bleibt fit

Für Brigitte Potesil hat ihre Leihoma-Tätigkeit noch einige gute Nebeneffekte: „Ich brauch kein Gehirntraining. Man ist mit den Kindern schon immer gefordert. Da heißt es konzentriert sein, da sein und nicht abwesend. Und bewegen tu ich mich mit ihnen auch genug. Außerdem ist mir nie langweilig und ich habe viel Spaß dabei.“ Klingt perfekt!

 

In Oberösterreich sind derzeit mehr als 400 Leihomas im Einsatz. Sie sind während ihrer Tätigkeit haftpflicht- und unfallversichert und erhalten einen Spesenersatz zwischen 4,– und 10,– Euro. Je nach Vereinbarung sind sie grundsätzlich ein- bis zweimal wöchentlich für einige Stunden bei den Kindern. Zur Weiterbildung werden Seminare angeboten.


Kontakt:

OMADIENST d. kath. Familienverbandes OÖ, Elisabeth Asanger,

Tel.: 0732 76 10 34 33, mobil: 0676 87 76 34 33,

E-Mail: omadienst-linz@familie.at, Web: www.omadienst.info

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