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Inhalt:

Was wären wir nur ohne die anderen

begleiten, beleben, bestärken

Obwohl es reizvoll gewesen wäre, an den freien Urlaubstagen in einen Roman einzutauchen, fiel die Wahl meiner heurigen Sommerlektüre schlussendlich auf ein populärwissenschaftliches Buch aus dem Bereich der Gehirnforschung. 

Ausgabe: 38/2020
15.09.2020
- Eva Nessl
Eva Nessl, Institut für Religionspädagogik, PH Diözese Linz, www.phdl.at
Eva Nessl, Institut für Religionspädagogik, PH Diözese Linz, www.phdl.at
© Privat

Neben neuen Perspektiven zeigen solche Schnupperexkurse in andere Wissensbereiche auf, welche Themen derzeit gesellschaftlich interessant und gefragt sind. Effektivität, Leistungssteigerung oder Enhancement (Verbesserungen) sind beispielsweise auch Themen, die in der Gehirnforschung bearbeitet werden. Zugegeben, deshalb fiel meine Wahl ja auch auf dieses Buch: Was braucht unser Gehirn? Wie können wir besser lernen, unser Gehirn auf Trab halten oder unsere Merkfähigkeit verbessern?

 

Was tut unserem Gehirn gut?

Vor allem eines ist wichtig: Es will in jedem Lebensalter beachtet und gefordert werden. Dabei sind es nicht neuartige Gehirn-Jogging-Apps, die unser Gehirn oder unser Gedächtnis „jung und fit“ halten. Es scheinen die oft viel grundlegenderen und herkömmlichen Dinge zu sein, die je nach Anforderung für uns und unser Gehirn förderlich wirken. Was unserem Gehirn und seiner Leistungsfähigkeit guttut – und das scheint nicht wirklich verwunderlich –, ist eine ausgewogene Ernährung, genug Bewegung und Gemeinschaft. (Für diejenigen, die in Schule, Ausbildung, Studium oder Ähnlichem in lernender und aneignender Weise gefordert sind, braucht es natürlich genauso förderliche Lerntechniken und -bedingungen.)

 

Gemeinschaft und Netzwerke

„Gemeinschaft“ – das hat mein Interesse besonders geweckt. Es sind nicht die digitalen, sondern vorrangig unsere „analogen“ sozialen Netzwerke und Beziehungen, die unsere Gehirne auf Trab halten. Unsere Kommunikation und Interaktion untereinander ist es, die dem Gehirn mehr abverlangt, als wir ahnen würden – so der Neurobiologe M. Korte. So wie wir Menschen als soziale Wesen nach einem Miteinander streben, tut auch unseren Gehirnen der Austausch untereinander gut. Folglich ist das, wovon der christliche Glaube und das Feiern von Gottesdiensten in den Pfarren lebt, auch das, was unsere Gehirne fit und uns gesund erhält.

 

Gemeinschaft des Glaubens

Demnach werden wohl viele das unbelastete gemeinsame Feiern und unbeschwerte Miteinander nach diesen von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen bestimmten Monaten in Zukunft wieder ganz anders schätzen – aber nicht, weil es der Leistungsfähigkeit unserer Gehirne zuträglich ist, sondern weil es elementarer Bestandteil und Ausdruck unseres Glaubens ist und uns guttut.

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