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Inhalt:

Spiel! Satz! Und Sieg?

begleiten, beleben, bestärken

Kinder sollten zum Spielen animiert werden. Es fördert neben der Gehirnentwicklung auch die soziale Kompetenz. 
 

Ausgabe: 22/2021
01.06.2021
- Veronika Burtscher-Kiene
Veronika Burtscher-Kiene, Ehe- und Familienzentrum, Dornbirn
Veronika Burtscher-Kiene, Ehe- und Familienzentrum, Dornbirn
© illwerke vkw

Spielen ist DIE zentrale Beschäftigung für Kinder. Die Bandbreite reicht von Fantasiespielen zu regelbezogenen Spielen, von körperbetonten zu kognitiven Spielen, von Spielen mit Gleichaltrigen zu Spielen mit Erwachsenen. Gerade Letztere fragen sich: Lasse ich das Kind stets gewinnen?

 

Konflikte vermeiden?
Wer kennt das nicht? Da wird ein Spielenachmittag geplant und am Ende tobt ein Kind in der Ecke. Oder es rennt wütend durch den Garten, weil es beim Fußball nicht so viele Tore erzielt hat wie der Erwachsene. Oft sind es diese Szenen, die Eltern zögern lassen, ein Spiel zu beginnen. Oder sie versuchen die Situation abzufangen, indem sie ihr Kind jedes Mal gewinnen lassen. Doch ist das für ein Kind wirklich hilfreich? Spielen konfrontiert alle Beteiligten mit unterschiedlichen Emotionen, von Freude und Glück bis hin zu Ärger und Enttäuschung. Die gesamte Gefühlspalette, die uns im wahren Leben begegnet. Eine Spielsituation mit Eltern stellt eine Chance dar, in geschütztem Rahmen den Umgang damit zu üben. 

 

Kinder ernst nehmen.
Im Laufe der Kindheit wird das Selbstbewusstsein entwickelt. Als Eltern wollen wir unsere Kinder zu selbstbewussten Menschen begleiten. Nun besteht die Sorge, dass es Kindern „schaden“ könnte, wenn sie bei einem Spiel ab und zu verlieren. Doch viel schlimmer für ein Kind ist, wenn es merkt, dass das Gegenüber es immer gewinnen lässt. Dies gibt ihm das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Oder wenn ein Kind zu Hause vermittelt bekommt, dass es doch immer der/die Beste ist, und im Kindergarten oder der Schule feststellen muss, dass auch andere Kinder gute Spieler/innen sind. Wie kann Spielen nun zu einem angenehmen Zeitvertreib werden? Es gibt ein paar Dinge, die präventiv beachtet werden können. Zum Beispiel sollte die Auswahl des Spiels altersentsprechend sein – nicht zu einfach, nicht zu schwierig, ausgewogen zwischen Glück, Wissen und taktischem Können. Günstig sind Spiele, bei denen Teams gebildet werden, denn so gewinnt oder verliert man gemeinsam. Und es fördert die auch im späteren Leben wichtige Teamfähigkeit.

 

Wer lässt hier wen gewinnen? 
Und ganz ehrlich: Manchmal, wenn ich mit meinem Sohn ein Geschwindigkeits-Kopfrechen-Spiel spiele oder meine Tochter mich im Memory herausfordert, muss ich gar nicht so tun, als würden sie gewinnen: Dann zeigt mir die Wirklichkeit recht unbarmherzig, wie schnell sich die Rollen verschieben und ich mich mit der Tatsache des Verlierens konfrontiert sehe. Aber mein Mutterherz freut sich! «

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