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Nach dem Sturm klart die Luft auf

begleiten, beleben, bestärken

Konflikte gehören zu Beziehungen dazu. Sie lassen sich nicht verhindern. Doch es ist der Umgang mit ihnen, der beeinflusst und verändert werden kann.

Ausgabe: 18/2020
28.04.2020
- Veronika Burtscher-Kiene
Veronika Burtscher-Kiene, Ehe- und Familienzentrum, Dornbirn - www.erziehungsgedanken.com
Veronika Burtscher-Kiene, Ehe- und Familienzentrum, Dornbirn - www.erziehungsgedanken.com
© illwerke vkw

In der aktuellen Ausnahmesituation, in der wenig bis keine sozialen Kontakte erlaubt sind und damit viel Zeit in der Familie verbracht wird, sehen sich auch Geschwisterkinder mehr miteinander konfrontiert als im normalen Alltag. Und in Ermangelung anderer Spielkameraden wählen sie sich gegenseitig dafür. Zusätzlich erhöht jedoch die erzwungene räumliche Nähe auch bei Kindern das Potential für Streitigkeiten. Eltern haben an ihre Kinder oft die Erwartung, dass sie sich gut miteinander verstehen müssen, weil sie ja Geschwister sind. Doch das ist kein Naturgesetz. Anders als Freunde, können sich Geschwister nicht gegenseitig aussuchen.

 

Die Frage des Warum

Die Gründe, warum Geschwisterkinder sich streiten, sind vielfältig. Sie streiten sich um eine Sache, um ein Spielzeug, einen Stift, ein Kuscheltier. Sie können sich aber auch um die Liebe der Eltern streiten und eifersüchtig reagieren, sollte ein Elternteil vermeintlich mehr Zeit mit dem Geschwister verbringen. Für Eltern sind solche Auseinandersetzungen nicht immer leicht auszuhalten. Möchten sie an sich schon, dass ihre Kinder gut miteinander auskommen, ist die Lautstärke von Kinderstreitigkeiten oft immens. Es wird geschrien, Türen geknallt und geweint.

 

Verantwortung abgeben

Und nun? Was ist die vermeintlich richtige Reaktion der Eltern? Greifen sie sofort ein? Ergreifen sie Partei für eines der Kinder? Bieten sie eine Lösung?
Oft entsteht bei Eltern sehr rasch der Impuls, loszugehen und sich einzumischen, sobald ein Konflikt zwischen Kindern aufkommt. Vorausgesetzt, dass kein Kind in Gefahr ist, ist es jedoch ratsam, diesem Impuls zunächst nicht nachzugeben. Vielmehr sollte abgewartet und damit den Kindern die Chance gegeben werden, diesen Konflikt selber zu lösen.

 

„Konflikt-Mediator“

Scheint es in manchen Situationen dennoch notwendig, als Eltern einzugreifen, dann nicht in der Position eines Schiedsrichters, sondern vielmehr eines Mediators. Das bedeutet, nicht die Eltern entscheiden primär, was richtig oder falsch ist. Vielmehr unterstützen sie ein gemeinsames Gespräch zwischen den Kindern. Sie achten darauf, dass sie sich gegenseitig zuhören und mit Respekt begegnen. So wird ihnen ermöglicht, eigenständig eine für sie passende Lösung zu finden.

 

Versöhnung ermöglichen

So schwer dies im ersten Moment vorstellbar scheint, ist das durchaus auch schon mit kleinen Kindern möglich. Kinder können Konflikte austragen und sie lösen. Vor allem können Kinder Versöhnung und Entschuldigung – und das auch ohne Auftrag der Erwachsenen.

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