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„Er hat mir immer geholfen“

Kirche OÖ

Ein blonder Barde mit dunkler Sonnenbrille, mitten im Mariendom: Das kann nur einer sein – Heino. Der Kult-Star, der die alten Lieder retten möchte, kommt im Rahmen seiner Kirchentour nach Linz. Kirche und Glaube sind ihm auch abseits der Bühne wichtig, erzählt er im Gespräch mit der KirchenZeitung.    
 

Ausgabe: 45/2022
08.11.2022
- Elisabeth Leitner
© kiz/elle

Da steht er im Altarraum des Mariendoms: ein etwas älterer blonder Mann mit dunkler Sonnenbrille, schwarz gekleidet. Die vorbeigehenden Besucher/innen bleiben stehen. Schauen, rätseln: Ist er‘s? Handys werden gezückt. Zur Sicherheit wird ein Foto gemacht. – Eindeutig: Hier steht Heino. Der Schlagerstar und Dompfarrer Max Strasser sind gerade in ein Gespräch vertieft. Mitten im Dom. Denn Heino kommt im Rahmen seiner Kirchentournee nach Linz. 

 

Treu

„Die Himmel rühmen“ nennt Heino seine musikalische Reise durch Kirchen in Österreich und Deutschland. Hier hat er ein treues Publikum. Mehr als 50 Millionen verkaufte Tonträger sprechen eine deutliche Sprache. Heino mag zwar manchmal von der Bildfläche verschwunden gewesen sein, weg war er nie und hat sich auch immer wieder neu erfunden. Bemerkenswert etwa seine Annäherung an Hard Rock und Heavy Metal, mit der er 2013 das Publikum überraschte. 

 

Klassisch

Heino ist aber ganz sicher bei jenen Liedern zu Hause, die er jetzt in Österreichs Kirchen singen wird: „Unvergessliche Melodien von Mozart, Beethoven, Bach, Brahms und Schubert“ stehen auf dem Programm (Details siehe rechts). Wenn Heino am 19. November „Guten Abend, gut’ Nacht“ oder „Großer Gott“ im Linzer Mariendom intoniert, dann wird so mancher Konzertbesucherin warm ums Herz werden. Die Kirche als Konzertort ist nicht zufällig gewählt, hier fühlt sich der Bariton wohl und hofft, das Publikum nach der Pandemie aus der heimischen Komfortzone ins Konzert locken zu können. 

 

Beschützt

Kirche und Glaube sind ihm wichtig –  im Alltag und auf der Bühne: „Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen: Die Mutter war evangelisch, der Vater katholisch. Egal in welcher Stadt ich bin: Ich gehe immer zuerst in die Kirche und zünde eine Kerze an. Ich glaube an den lieben Gott. Er hat mir immer geholfen. – Weil er mich auch die letzten 84 Jahre betreut hat, glaub ich schon, dass er auf mich aufgepasst hat“, ist Heino dankbar. Für seine Frau Hannelore zündet er in Linz eine Extrakerze an: „Weil ich möchte, dass der liebe Gott die Hannelore und mich beschützt.“ Hannelore, seine Ehefrau, kommt aus Linz und ist ihrer Heimat noch sehr verbunden. Sie hat vor dem ersten Konzert auch bei Dompfarrer Max Strasser angefragt, ob er im Mariendom auftreten darf. „Was singt denn der Herr Heino?“, wollte Strasser wissen. Die Auswahl hat offensichtlich gepasst. Jetzt kommt Heino zum dritten Mal. 

 

Bewahren

Alt und Jung verbinden, die „klassischen“ Lieder retten und vor dem Vergessen bewahren, das will er mit seiner Kirchentournee erreichen. „Wenn ich die Lieder nicht singe, wer singt sie dann noch?“, macht sich Heino Sorgen – auch um die Zukunft der Kirche: „Es liegt an der Pastoral, die Kirchen müssen wieder was für die Gemeinden tun“, meint Heino und glaubt, „dass die Botschaft manchmal zu schwer ist.“ Besonders für die jungen Leute brauche es mehr Aufmerksamkeit. Er wünscht sich jedenfalls, dass der Glaube an Gott an die junge Generation weitergegeben wird – das hänge mit Erziehung zusammen. Glauben komme aber auch vom Zuhören: „Man muss auch offen sein für etwas.“ Glaube sei etwas, das man erlernen und einüben müsse. „Das ist wie beim Stimmtraining: Man muss üben. Jeden Tag.“ Das macht der Bariton aus Düsseldorf mit fast 84 Jahren übrigens bis heute. Fleiß, Disziplin und gesunder Lebensstil sind sein Erfolgsrezept. Und so steht einer Kirchenkonzert-Tournee mit 16 Konzerten innerhalb eines Monat nichts im Wege. « 

 

Das Programm der Kirchentour

Heino hat eine Marke kreiert: dunkle Sonnenbrille, blondes Haar, satte Bariton-Stimme. Es gibt heutzutage kaum noch Sänger, die fast jede/r kennt. Heino ist einer der wenigen: Er ist seit Jahrzehnten der bekannteste deutsche Volkssänger und gehört damit zu den populärsten musikalischen Botschaftern Deutschlands. Seit über 60 Jahren steht der gebürtige Düsseldorfer nun schon im Rampenlicht. Er hat mehr als 1.200 Lieder aufgenommen und mehr als 50 Millionen Solo-Alben verkauft. Dem deutschen Liedgut fühlte er sich von Anfang an verpflichtet. Nun geht der fast 84-jährige Barde wieder auf Kirchentournee – eine Abschiedstournee hat er schon vorher gemacht. „Die Himmel rühmen – Festliche Lieder“ so lautet der Titel der neuen Tournee. Als Stargast hat sich Heino den deutschen Organisten Franz Lambert an seine Seite geholt. Für die Kirchenkonzerte hat er bekannte sakrale Lieder ausgesucht: „Ave verum corpus“ (Wolfgang Amadeus Mozart), „Ave Maria“(Franz Schubert), „Die Himmel rühmen“ (Ludwig v. Beethoven), „Guten Abend, gut’ Nacht“ (Johannes Brahms). Einige der klassischen Stücke sind mit neuen Texten versehen. Eine Tschaikowsky-Melodie erklingt in neuem Gewand als berührendes Liebeslied „Mein Lied für dich“. „Es ist nie zu spät für ein neues Leben“ geht zurück auf eine der schönsten Kompositionen von Mozart. Eine Band wird den blonden Barden begleiten. Am 19. November um 20 Uhr kommt Heino in den Linzer Mariendom. Durch den Abend führt Schauspielerin Nicole Mieth. «

 

- Erratum: Das Konzert beginnt um 20 Uhr (nicht wie irrtümich bekanntgegeben um 18 Uhr), der Vorverkauf startet bereits um 18 Uhr. 
- Karten: www.oeticket.com

Der Schlagerstar Heino mit Dompfarrer Max Strasser vor dem Mariendom.
Der Schlagerstar Heino mit Dompfarrer Max Strasser vor dem Mariendom.
© kiz/elle
In der Dombar lud Heino zuvor zum Pressegespräch.
In der Dombar lud Heino zuvor zum Pressegespräch.
© kiz/elle
Dompfarrer Max Strasser führt Heino in die Architektur und Gestaltung des Mariendoms ein.
Dompfarrer Max Strasser führt Heino in die Architektur und Gestaltung des Mariendoms ein.
© kiz/elle
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