Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
„Das Wichtigste in meiner seelsorglichen Tätigkeit sind die Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer ganz persönlichen Lebensgeschichte wahrzunehmen“, sagt Sr. Susanne Reisinger. Die Franziskanerin von Vöcklabruck ist ehrenamtliche Seelsorgerin im FraDomo Gallspach. Dieses „Wahrnehmen“ geschieht im Zuhören, Zeit haben, in Gesprächen und auch in den alltäglichen Begegnungen, erklärt Sr. Susanne: „Da wir Schwestern im Haus wohnen ist es uns leichter möglich, eine Beziehung aufzubauen.“ Unterstützt wird sie von ihrer Mitschwester Rutharda Aigner.
Ein seelsorglicher Schwerpunkt besteht auch in der Begleitung sterbender Heimbewohner:innen. „Wir Schwestern halten bei den Sterbenden Sitzwache, beten mit ihnen oder für sie“, erklärt Sr. Susanne und hat dabei auch die Angehörigen der Sterbenden im Blick, die die Schwestern in dieser herausfordernden Situation unterstützen und begleiten bis hin zur Verabschiedung vom Leichnam und einem jährlichen Gedenkgottesdienst für alle Verstorbenen des Hauses. Die Kapelle bildet natürlich ein Zentrum der Seelsorge im FraDomo Gallspach – mit der wöchentlichen Eucharistiefeier, weiteren Feiern im Laufe des Kirchenjahres und der Organisation der Krankenkommunionen. „Wichtig ist mir auch der Austausch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedenen Bereichen wie Pflege, Reinigung, Hausleitung und natürlich die Mithilfe von Freiwilligen“, betont Sr. Susanne.
„Es ist sehr lebendig bei uns“, sagt Sr. Rufina Gerner. Sie ist ebenfalls Franziskanerin von Vöcklabruck und seit rund zwei Jahrzehnten ehrenamtliche Seelsorgerin im Bezirksalten- und Pflegeheim Grieskirchen. Bei ihr laufen die Fäden für alles zusammen, was die Kapelle und Krankenkommunionen betrifft. „Josefine Theußl, meine Stellvertreterin, ist mir eine große Stütze“, betont Sr. Rufina: „Dank der Verfügbarkeit der Priester ist auch immer eine Krankensalbung möglich.“ Wöchentlich wird – musikalisch gestaltet – in der Kapelle Eucharistie gefeiert, zu der rund 30 Personen und mehr kommen. „Das ist nur durch die vielen Ehrenamtlichen möglich“, sagt Sr. Rufina mit großer Dankbarkeit: „Alle sind mit Freude dabei. Das ist so aufbauend.“
In Kallham befindet sich ebenfalls ein Bezirksalten- und Pflegeheim. Richard Uchechukwu Ozoude hält dort regelmäßig mit einem Team Gottesdienste und freut sich über das positive Echo.
„Mit Christus an der Seite der Menschen!“ Nach diesem franziskanischen Motto versuchen wir Mitarbeiterinnen des Seelsorgeteams im Klinikum Grieskirchen in einer Zeit der hochtechnisierten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten einen „Raum des Seins“ anzubieten. „Wir sind da, hören zu – ohne Zeitdruck und unter strikter Schweigepflicht. Unser Ziel ist es, die Würde des Menschen in jeder Phase seiner Krankheit – und über den Tod hinaus – zu wahren und Hoffnung zu stärken, wo sie am nötigsten ist“, bringt es Sr. Monika Sinzinger auf den Punkt. Sie ist als Franziskanerin seit Jahrzehnten die tragende Säule im Seelsorgeteam. In unserer modernen Klinikstruktur sind wir fest verankert im interdisziplinären Gespräch, speziell am Department für Psychosomatik, der Heilstättenschule sowie in der Begleitung von Sternenkindereltern. Die Aufgaben der Seelsorgerinnen sind vielfältig und unser Angebot richtet sich an alle Menschen im Krankenhaus: Patient:innen, Angehörige sowie das Klinikumspersonal, unabhängig von Konfession, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung. Neben dem persönlichen Gespräch bietet wir Seelsorger:innen in interreligiöser Zusammenarbeit spirituelle Begleitung durch Gebete, Segnungen oder Sakramentenspendung durch Priester an, sofern dies gewünscht wird.
Anna Grabner, Krankenhausseelsorgerin im Klinikum Grieskirchen
Zahlen und Fakten:
232 Betten, 635 Mitarbeiter:innen
3 hauptamtliche Seelsorgerinnen
7 ehrenamtliche Seelsorgerinnen
10 ehrenamtliche Kommunionspender:innen

Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“.
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