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Studie: Religiosität in Österreich wird pluraler

KIRCHE_ÖSTERREICH

Deutliche Veränderungen im religiösen und weltanschaulichen Leben in Österreich belegen erste Ergebnisse einer vom ORF beauftragten Studie der Universität Wien. Zu sehen ist ein starker Individualisierungstrend, der auch das Zusammenleben und Demokratie herausfordert.

Ausgabe: 03/2025
14.01.2025
Spiritualität hat viele Ausdrucksformen
Spiritualität hat viele Ausdrucksformen
© pixabay

Demnach verlieren religiöse Institutionen und nicht religiöse Vereine Mitglieder. Gleichzeitig behalten Spiritualität und Glaube für viele Menschen eine große Bedeutung – in veränderter Form. Nur mehr 14 Prozent der Befragten glauben an einen personalen Gott. Dagegen glauben 37 Prozent an die Kraft des Universums und 38 Prozent an ein vorherbestimmtes Schicksal. Unsicher, was sie glauben sollen, sind 15 Prozent der Menschen.


Die Studie „Was glaubt Österreich?“ ist Teil eines gleichnamigen Kooperationsprojekts der ORF-Abteilung „Religion und Ethik multimedial“ mit dem Forschungszentrum „Religion and Transformation in Contemporary Society“ der Uni Wien. Im April und Mai 2024 wurden 2.160 repräsentativ ausgewählte Personen in Österreich zwischen 14 und 75 Jahren zu ihren Glaubens- und Wertvorstellungen befragt.

 

Kombination nach Bedürfnissen


Die Studienverantwortlichen Regina Polak, Astrid Mattes und Patrick Rohs betonen laut ORF, dass Religiosität und Glaubensvorstellungen vielfältiger werden. So entwickeln einige Menschen eine neue Form der Religiosität, indem sie unterschiedliche Glaubensvorstellungen nach individuellen Bedürfnissen kombinieren. Andere halten strikter an traditionellen Glaubens- und Wertvorstellungen fest.

 

Die Befragungen zeigten demnach eine zunehmende Individualisierung, nicht nur bei Glaubensfragen, sondern auch in der religiösen Praxis. Erforscht wurden auch Zusammenhänge von Glauben und politischen Einstellungen, von Religion und Wissenschaft, religiösen Einstellungen und Solidarität.

 

Junge überraschen


Überrascht sind die Studienverantwortlichen von den Ergebnissen der Befragung junger Menschen in Österreich (14 bis 25 Jahre): Diese unterscheiden sich deutlich von den älteren Personengruppen, insbesondere in ihrer Religiosität und ihren politischen Einstellungen. So zeige sich, dass junge Menschen weniger zu Verschwörungstheorien und Autoritarismus neigen, berichtet der ORF.


Die Studienergebnisse hat auch unser neuer Karikaturist Thomas Wizany in dieser Ausgabe aufgegriffen.

 

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Lukas Pallitsch
Gottes Erbarmen trägt
Wort zur zweiten Lesung

ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.

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