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Inhalt:
Vom Umgang mit heiligen Dingen - Teil 2/3

Die Ehrfurcht vor dem Heiligen

GLAUBENS_GUT

Der würdige Umgang mit den eucharistischen Gestalten ist selbstverständlich. Was aber ist, wenn eine Hostie nicht mehr ausgeteilt werden kann oder der Kelch umgeschüttet wird?  

Ausgabe: 08/2024
20.02.2024
- Josef Wallner
Ein Ablutionsgefäß bedeckt mit einem Tüchlein: Es steht normalerweise neben dem Tabernakel.
Ein Ablutionsgefäß bedeckt mit einem Tüchlein: Es steht normalerweise neben dem Tabernakel.
© Döller

Bei der Kommunionspendung fällt eine Hostie zu Boden. Es kommt nicht häufig vor, aber doch immer wieder einmal. Was ist in einem solchen Fall zu tun, besonders wenn die Hostie so voll Schmutz ist, dass sie nicht mehr konsumiert werden kann?

 

In dem maßgeblichen Regelwerk, der „Allgemeinen Einführung in das Messbuch“, das ausführlich sämtliche verpflichtende Richtlinien für die Messfeier beschreibt, findet sich zum Umgang mit so einem Missgeschick kein direkter Hinweis.

 

Es ist lediglich vom Aufheben der Hostie die Rede – was sich von selbst vesteht. Im Fall des konsekrierten Weins ist das Vorgehen genauer beschrieben: Wird etwas vom Blut Christi verschüttet, soll die Stelle gewaschen und das Wasser in das Sakrarium entsorgt werden, einem Ausguss in der Sakristei oder in der Kirche, der direkt ins Erdreich führt (ausführlich beschrieben in Teil 1 dieser Serie). 

 

HEILIGES VERLANGT SORGFALT

 

Zurück zum Problem einer verschmutzten Hostie:  Die liturgsiche Gesetzgebung verlässt sich hier unausgesprochen auf die Tradition, die dafür Regeln bereit hält und sogar eine Vorkehrung getroffen hat. Neben dem Tabernakel befindet sich – in vielen Kirchen – ein Ablutionsgefäß.

 

Das ist ein verschließbares Schälchen mit Wasser. In dieses tauchen – in manchen Pfarren wird das praktiziert – Kommunionspender:innen vor und nach ihrem Dienst ihre Finger und trocknen sie mit einem beiliegenden Tüchlein ab.

 

In dieses Ablutionsgefäß werden auch jene konsekrierten Hostien gelegt, die wegen Verunreinigung nicht mehr ausgeteilt werden können. Diese lösen sich in kurzer Zeit im Wasser auf. Wenn die Substanz des Brotes nicht mehr zu erkennen ist, dann ist auch die Gegenwart Christi in der Hostie nicht mehr gegeben, ist die theologische Überzeugung, die dieses Handeln verständlich macht.

 

Das Wasser aus dem Ablutionsgefäß wird dann nicht einfach in die Kanalisation entsorgt, sondern in das Sakrarium gegossen. Das Sakrarium ist natürlich kein zentraler Inhalt der kirchlichen Lehre über die Eucharistie, aber es soll Hinweis sein, mit den eucharistischen Gestalten bewusst und würdig umzugehen. Die Einführung ins Messbuch weist deshalb darauf hin, am Brauch – mehr ist es natürlich nicht – des Sakrariums festzuhalten. 

 

KRANKENKOMMUNION

 

Häufiger als bei einer Messfeier kommt es bei Krankenkommunionen zu Situationen, dass die Hostien nicht mehr verwendet werden können. In so einem Fall wird die Hostie in ein Papiertaschentuch gegeben und wieder mitgenommen.

 

Der Kommunionspender verbrennt sie bei sich zu Hause, entscheidend ist die völlige Auflösung der Hostie. Wer diese – eingeschlagen im Taschentuch – nicht im Ofen, sondern auf einer Tasse verbrennt, kann die wenige Asche im Garten mit Erde bedecken oder in der Kirche im Sakrarium entsorgen.

 

DIE WANDLUNG

 

Im Umgang mit dem Heiligen, besonders mit dem Allerheiligsten, der Eucharistie, gibt es bei nicht wenigen Christ:innen Unsicherheiten. Die Kirchenzeitung erreichen dazu immer wieder Fragen.

 

Kürzlich tauchte folgende Frage auf: Ist es bei einer Wort-Gottes-Feier mit Kommunionspendung möglich, auf die (unkonsekrierten) Hostien in der Sakristei zurückzugreifen, wenn jene aus dem Tabernakel zu wenig sind? Nein, weil bei diesen die Realpräsenz Christi nicht gegeben ist. Die Frage zielt ins Zentrum der Lehre von der Eucharistie. 

Ein Sakrarium (hier zur Hälfte abgedeckt) in einer Kirche: Die etwa faustgroße Öffnung befindet sich meist hinter dem Hochaltar und führt ins Erdreich.
Ein Sakrarium (hier zur Hälfte abgedeckt) in einer Kirche: Die etwa faustgroße Öffnung befindet sich meist hinter dem Hochaltar und führt ins Erdreich.
© Wallner
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ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.

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