Man erledigt Dinge und hat nun nichts mehr zu tun damit. Eigentlich schade!
Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger
Ausgabe: 2013/27, erledigen, bau, arbeit
02.07.2013
Erledigt! Nach der Arbeit ist das ein durchaus befreiendes Gefühl – vor allem, wenn es sich um ein ganzes Arbeitsjahr handelt. Man erledigt Dinge und hat nun nichts mehr zu tun damit. Eigentlich schade! Denn das Ergebnis all der Arbeit liegt dann nur mehr hinter einem. Es gibt einen besseren Umgang mit oder ein besseres Verhältnis zur Arbeit: Da liegt dann das Ergebnis nicht mehr bloß hinter einem, sondern vorne. Was getan und geleistet wurde, schafft ein neues, besseres Jetzt. Es hat Wege nach vorne aufgemacht, Lebensräume eröffnet – und nicht zugemacht. Bauleute erleben das: Am Ende all der Arbeit kann jemand einziehen, sich freuen. Es ist etwas da, was vorher nicht war. Gott – so zeigen es die ersten Schriften der Bibel – hat den Menschen nicht bloß geschaffen, damit er erledigt, was noch zu erledigen ist. Nach seinem Bild hat er ihn geschaffen. Schöpfer soll er sein. An einer menschlichen Welt zu arbeiten, heißt: Sorgen wir dafür, dass Menschen wie Bauleute arbeiten dürfen, statt dass man sie nur Dinge erledigen lässt. Wo nur erledigt wird, bleiben Menschen ziemlich erledigt und ohne Freude zurück. Das wäre nicht menschenwürdig.