ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.
Unübersehbar ist, was Franz Ganhör im vergangenen Jahr geschaffen hat, wenn man die Pfarrkirche betritt. Von der Aufbahrungskapelle unter dem Turm bis nach vorne in die Apsis erstrahlt der gesamte Raum in neuem Glanz. Franz Ganhör ist der Bauchef der Pfarrgemeinde – ehrenamtlich natürlich. Bei ihm liefen die Fäden für die Kirchenrenovierung zusammen, die zu Pfingsten 2025 begonnen und im Oktober abgeschlossen wurde. „Er war der Erste, der um sechs Uhr in der Früh gekommen, und der Letzte, der um 22 Uhr nach Hause gegangen ist“, weist seine Schwester Maria Anna auf das herausragende Engagement ihres Bruders hin.
Franz ist seit einem halben Jahr in Pension. Er war Grundbuchführer und Geschäftsstellenleiter am Bezirksgericht Freistadt. „Ich habe immer schon Freude am Handwerken, mein ganzes Leben lang“, erzählt er. Er hat selbst ein Haus gebaut, den Kindern beim Umbau geholfen – er packt einfach gerne an. Das war in der Pfarrkirche auch nötig: Seit der Kirchenerweiterung im Jahr 1968 wurde nichts mehr substanziell erneuert. Das stand jetzt an. Mit eineinhalb Meter langen Bohrern musste beim Verlegen der neuen Elektroleitungen gearbeitet werden. Die Wände wurden trockengelegt, die Bänke erneuert und vieles mehr. 2.300 freiwillige Arbeitsstunden haben die Schenkenfeldner:innen für ihre Kirche geleistet. „Von den 260.000 Euro, die wir als Pfarrgemeinde von Gesamtkosten von etwas mehr als 400.000 Euro selbst zu stemmen haben, haben wir an die 80.000 bis 90.000 Euro als Eigenleistung erbracht“, sagt Franz Ganhör. Darauf dürfen alle zu Recht stolz sein.
„Das geht deswegen, weil der Franz mit allen kann“, ergänzt seine Schwester. Sie nennt ihn einen Diplomaten, der mit dem Bundesdenkmalamt, den Künstlern, Restauratoren und Diözesanverantwortlichen genauso eine Gesprächsbasis findet wie mit den einzelnen Helfer:innen auf der Baustelle. „Man muss vorangehen, Zugpferd sein, sonst wird das nichts. Am Schluss ist alles toll, aber der Weg dorthin ist oft mühsam“, ist er sich bewusst. „Es ist einfach eine Freude, dass so viele Leute freiwillig geholfen haben“, fasst Franz das Projekt der Kirchenrenovierung zusammen.
Freude – das ist das Schlüsselwort, wenn man den Ganhör-Geschwistern zuhört. Josef spricht von der Freude, die ihm die Musik macht. Er singt seit 1977 beim Kirchenchor. 1994 sollte er übergangsweise die Leitung übernehmen, inzwischen sind 34 Jahre vergangen und er leitet ihn noch immer. Der nunmehrige Pensionist war Landwirt und betrieb ein kleines Sägewerk. Seit 2010 ist er auch Organist. „Ich mache es gerne, weil die Leute gerne kommen und gerne mitsingen“, erklärt er: „Da kommt so viel positive Energie zurück.“ Natürlich würde er sich als Chorleiter junge Sänger:innen wünschen, die das ganze Kirchenjahr hindurch mitmachen, aber er weist mit großer Dankbarkeit auf das Engagement so vieler hin: „Bei den Festmessen unterstützen uns viele junge Leute, begeisterte Musiker:innen. Wir sind hier mit Talenten gesegnet. Das macht Freude.“
Freude spürt man auch, wenn Maria Anna Elmecker zu erzählen beginnt. Davor aber ergreift noch Bruder Franz das Wort. „Sie hat alle Schlüssel der Pfarre. Der Platz in der Kirchenzeitung reicht nicht, wenn man alles aufschreibt, was sie tut“, neckt er die „kleine Schwester“. Sie ist seit nunmehr vierzig Jahren Religionslehrerin an der Sonderschule und der Volksschule Freistadt und in Schenkenfelden – voraussichtlich noch bis Schulschluss. Seit Kindertagen ist sie mit der Pfarre verbunden. Neben dem unglaublich vielfältigen Einsatz in der Pfarre ist sie zunehmend mehr in der Liturgie tätig – bei den Schulgottesdiensten, bei der Kindermette, als Leiterin von Wort-Gottes-Feiern und bei den Totenwachen: „Persönlich gestaltete Totenwachen liegen mir besonders am Herzen.“ Maria Anna Elmecker ist auch Mitglied im Seelsorgeteam.
Alle drei Ganhör-Geschwister, die in Schenkenfelden leben – der vierte wohnt in Rainbach und ist dort in der Musik tätig –, sind nicht nur allgemein in der Pfarre engagiert, sondern speziell in der Pfarrkirche. Ihr Einsatz erinnert an die Pfeiler, die den gesamten Kirchenraum tragen.
Die Kirchenrenovierung im Jahr 2025 war nicht das erste Bauprojekt, das Franz Ganhör gestemmt hat. Von 2010 bis 2013 wurden der Friedhof erweitert und der Kalvarienberg renoviert. Das war eine ganz besondere Baustelle, zu der die Schenkenfeldner:innen unter seiner Koordination 11.000 freiwillige Arbeitsstunden beigetragen haben. Der barocke Kalvarienberg wurde von 1711 bis 1713 vom Linzer Barockbaumeister Johann Michael Prunner im Auftrag des Schenkenfeldners Johann Georg Freiherr von Harruckern errichtet. Die Anlage am Thierberg ist eine beeindruckende Stätte der Kunstgeschichte und des Glaubens.
Das christliche Elternhaus habe die Basis für ihre Beziehung zur Kirche gelegt, antworten die drei Ganhör-Geschwister übereinstimmend und verweisen auf ihre Mutter, die lange Jahre Pfarrgemeinderätin war und die Katholische Frauenbewegung geleitet hat. Das ist für Franz, der fast allen Vereinen von Schenkenfelden angehört, wie er sagt, das Stichwort. „Nur bei der Frauenbewegung und bei den Goldhaubenfrauen bin ich nicht Mitglied“, stellt er schmunzelnd fest. Gemeinsam mit dem Bruder Josef kommt er auch auf die Diakone zu sprechen, die jeweils ein Jahr zur Vorbereitung auf die Priesterweihe in der Pfarre verbracht haben und in der Jugendarbeit tätig waren: „Die hatten einen guten Einfluss auf uns.“ „Wir sind im Glauben verwurzelt. Das ist der Hauptpunkt“, fassen die drei ihren Einsatz zusammen. „Man darf aber nicht übersehen, dass uns der Einsatz für die Pfarre auch als Geschwister zusammenschweißt. Das ist auch sehr schön“, fügt Maria Anna Elmecker hinzu.

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Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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