Zwei Wochen lang besuchten die Schüler/innen der siebten Klassen des BG/BRG Dr.-Schauer-Straße Wels im Rahmen des „Compassion“-Projekts Kindergärten, Senioren- oder Obdachlosenheime. Sie lernten dabei viel über verschiedene soziale Berufe und die Bedeutung von Nächstenliebe.
Drei Wochen vor Ferienbeginn starteten die 55 Jugendlichen ihre Praktika in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Ein großer Teil der Schüler/innen verbrachte die Zeit in Kindergärten in Wels und Umgebung. Dort lernten sie alle Ähnliches: Der Beruf von Kindergartenpädagog/innen ist nicht so einfach, wie weithin angenommen. „Kindergärtnerinnen müssen körperlich und seelisch immer für die Kinder da sein“, berichtet ein Schüler über seine Erfahrungen. Im Umgang mit den drei- bis sechsjährigen Kindern lernten die Praktikant/innen, geduldig zu sein, auch wenn ein und dasselbe Kind mehrmals täglich nach ihren Namen fragte. Einige der Gymnasiast/innen arbeiteten sogar in lernpädagogischen Kindergärten. Die Begegnung mit körperlich und geistig beeinträchtigten Kindern war für sie unbekanntes Terrain und ein besonders intensives Erlebnis.
Viele arbeiteten in Altenheimen. Zu den Aufgaben der Praktikant/innen zählten Essen austeilen, Betten machen und aufräumen. Regelmäßige Gespräche mit den Senior/innen und gemeinsames Arbeiten sind wesentlich für die geistige Verfassung der Bewohner/innen. So schrieb die 17-jährige Susanna in ihrem Projekttagebuch: „Es ist wichtig, den Leuten das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden und nützlich zu sein.“
Der Umgang mit Obdachlosen in einer Notschlafstelle gestaltete sich für eine Schülerin ebenfalls als absolutes Neuland. „Ehrlich gesagt hatte ich ein eher klischeehaftes Bild eines Sandlers im Kopf. Die Erfahrungen, die ich während der letzten Tage gesammelt habe, haben mich allerdings eines Besseren belehrt.“
Nach den zwei Wochen waren sich alle Schüler/innen einig: Das „Compassion“-Projekt ist eine wichtige Erfahrung für das zukünftige Leben und sollte definitiv von mehr Schulen praktiziert werden.