Papst Franziskus hat entschieden. Vermutlich noch heuer werden zwei seiner Amtsvorgänger heiliggesprochen. Der eine, Johannes XXIII., der „Vater des Konzils“, gilt vielen als Mann des Aufbruchs, der die Kirche im Vertrauen auf den Geist Gottes mutig in die heutige Zeit hineingeführt hat. Der andere, Johannes Paul II., gilt bei all seiner Dynamik und politischen Wirkkraft denselben Leuten als jener Papst, der das Schiff der Kirche zurückrudern und vieles, was in Bewegung gekommen war, einbetonieren ließ. Und es gibt auch die andere Gruppe, die die Bedeutung der beiden Päpste jeweils genau umgekehrt sieht. Deren Heiligsprechung wird die jeweiligen Sichtweisen kaum verändern und das kirchenpolitische Match bleibt – vorerst – offen.