Während der aktuellen Massenproteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo kommt es dort auch vermehrt zu sexuellen Übergriffen gegen Frauen. In Banden organisierte Gruppen sind unterwegs, umringen ihre Opfer, wenden Gewalt an; Menschen, die helfen wollen, werden bedroht oder zusammengeschlagen. „Human Rights Watch“ spricht von mindestens 91 sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in letzter Zeit. Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, gibt es Äußerungen von islamistischen Klerikern, die den Frauen daran die Schuld geben. Weil sie sich nicht unter die Männer mischen dürfen. Dort hätten sie nichts zu suchen. Als Frau lebt man in Ägypten gefährlich, vor allem dann, wenn man öffentlich Stellung bezieht – und die Polizei schaut weg, ist nicht da.