Die Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen und ihre jeweiligen Bedürfnisse sensibel wahrnehmen – das ist der neuen Bundesgeschäftsführerin der Katholischen Jugend Österreichs (KJÖ) ein großes Anliegen. Am 1. Juli hat die gebürtige Grazerin das Amt von Benedikt Egger übernommen.
Es ist das wechselseitige aufeinander Zugehen von Kirche und Jugend, das der 28-jährigen Steirerin besonders am Herzen liegt. „Einerseits ist es wichtig, die Kirche daran zu erinnern, auf die vielfältigen Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen nicht zu vergessen und von ihnen zu lernen; und umgekehrt auch die Jugendlichen an die Kirche zu erinnern und ihnen den Glauben weiterzugeben.“ Diese „doppelte Beziehung“ funktioniere beispielsweise in dem Sozialprojekt „72 Stunden ohne Kompromiss“ der Katholischen Jugend besonders gut. „Die Aktion wächst und findet hohen Zuspruch bei den Jugendlichen, die sich in gemeinnützigen Projekten für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, vermehrt einsetzen wollen, weil sie Freude daran haben und auch davon profitieren. Hier nehmen wir sie ein Stück ihres Weges mit und begleiten sie. Umgekehrt kommt von den jungen Leuten viel ,drive‘ in die Kirche zurück, weil sie anders denken“, so Elisabeth Fónyad-Kropf.
Neues denken
Vielfalt – darauf kommt es der Theologin und Betriebswirtin auch an, wenn es um ihre eigene Spiritualität geht. „Die verschiedenen Zugänge sind interessant. Man kann durchaus einen Rosenkranz mit neuen Meditationsformen verbinden. Mir macht das Freude, es möglichst bunt zu halten.“ Das spiegelt sich auch in ihrem Freundeskreis wider. „Ich habe viele Freunde, die unterschiedlich in ihrem Glauben verhaftet sind. Mich begeistern Leute, die Neues denken, und es ist spannend, sich über die verschiedenen Standpunkte auszutauschen.“