Kennen Sie das? Sie haben Karten lange vor dem Konzerttermin erstanden. Und als nun der Abend gekommen ist, haben Sie das Bedürfnis nach allem Möglichen, nur nicht danach, das Sofa zu verlassen. So erging es mir an einem warmen Donnerstag – aber es wurde ein schöner.
Elina Garanca singt auf dem Linzer Domplatz. Mein Mund steht offen. Begeisterung lässt mich oft etwas unwürdig aussehen. Umso würdiger verlassen Elina Garanca, der Tenor Bryan Hymel und der Dirigent Karel Mark Chichon, Ehemann von Frau Garanca, im stürmischen Schlussapplaus die Bühne. Ich eile in den VIP-Bereich, bekomme ein Mikrofon in die Hand gedrückt und soll den Ehrengästen das Warten verkürzen. Denn die Opernsängerin soll noch einmal erscheinen und eine Torte anschneiden. Ich erhebe also Mikrofon und Stimme und sage, dass wir noch warten müssen. „Man muss nicht auf Elina Garanca warten – sie ist schon da“, sagt sie, die plötzlich im Raum steht und mich direkt ansieht. Ich vergesse Ehrengäste, Torte und den Rest des Sofas in meinem Hinterkopf. Leider vergesse ich auch den Namen ihres Mannes, den ich ebenfalls ankündigen sollte. Aber das fällt dann niemandem mehr auf.