Am 25. Juli 1934 wurde Kanzler Dr. Engelbert Dolfuß ermordet. Der Kanzler des Ständestaates und Begründer des Austrofaschismus wurde von österreichischen Nationalsozialisten erschossen.
Wissenschaftlich und dennoch über weite Strecken gut lesbar sind die Beiträge im von Florian Wenninger und Lucile Dreidemy herausgegebenen Buch, das den Scheinwerfer auf das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 1933–1938 von verschiedensten Winkeln aus richtet. Das Buch vermisst ein Forschungsfeld, in dem noch in vielen Bereichen tiefer geforscht werden kann. Die Beiträge zeichnen die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg und den Zustand im Ständestaat der verschiedenen Parteien auf. Ausführlich wird auch auf die illegalen Nationalsozialisten eingegangen, ebenso auf das Militär und die paramilitärischen Organisationen sowie auf das katholische Milieu: „Man wird nicht allzu sehr fehlgehen, wenn man den überwiegenden Teil d(ies)er systemtragenden Elite in der obersten Schicht des katholischen Milieus ansiedelt“, resümiert Gerhard Hartmann in seinem Beitrag „Das katholische Milieu“.
Das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 1933–1938. Vermessung eines Forschungsfeldes, Böhlau Verlag, Wien 2013, 648 Seiten, € 39,–, ISBN 978-3-205-78770-90.