Alfons Maria von Liguori lebte im 18. Jh. in der Nähe von Neapel und war Bischof, Ordensgründer und Kirchenlehrer. Er stammte aus einem reichen Elternhaus, studierte Rechtswissenschaften und wurde Anwalt. Beim Besuch in einem Krankenhaus für unheilbar Kranke umgab ihn plötzlich ein helles Licht und eine Stimme forderte ihn auf: „Verlasse die Welt und schenke mich dir!“ Er begann mit dem Theologiestudium. Als Weltpriester stellte er sich radikal in den Dienst der einfachen Leute und verachtete die Privilegien der Reichen. Er gründete den Orden der Redemptoristinnen und Redemptoristen, deren Aufgabe es wurde, beim einfachen Volk zu missionieren. Im Gegensatz zu manch anderen Theologen seiner Zeit stellte er in seiner mündlichen und schriftlichen Verkündigung die Liebe und Barmherzigkeit Gottes in den Mittelpunkt. Für meine Tätigkeit als Diakon und Religionslehrer ist der heilige Alfons von Liguori in verschiedener Weise ein Vorbild und wichtig für mein persönliches Gottesbild. Es sind vor allem zwei Dinge, die auch meine Verkündigung und mein Christsein prägen sollen: Alfons von Liguori hatte einen starken Gerechtigkeitssinn und war vor allem Anwalt der armen und einfachen Menschen. Außerdem stand bei seiner Verkündigung nicht der strenge und bestrafende Gesetzesgott im Mittelpunkt, sondern der Gott der Barmherzigkeit und Liebe.
Alfons Hangler ist Diakon und Religionslehrer in Neukirchen an der Vöckla.