Vor zwei Wochen habe ich in der KirchenZeitung eine Lanze für die Kleinbauern gebrochen. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Sie fiel im Grunde positiv aus: Gut, dass das einmal gesagt wird. Dann aber folgte ein großes Aber: Die Botschaft müsste viel mehr Menschen erreichen! In der KirchenZeitung lesen es zu wenig. Das müsste einmal in den Massenmedien zu lesen, zu hören oder zu sehen sein. Abgesehen davon, dass 80.000 Menschen, die die KirchenZeitung lesen, eine beachtliche Zahl ist, ist der Einwurf, das Lob des Kleinen brauche ein großes Podium, paradox. In allen Belangen, so denkt der vom Kleinen begeisterte Mensch, ist jenes groß, was unscheinbar ist und bescheiden, schwach und zurückhaltend. Nur in einem Belang nicht, so überlegt der Klein-Sympathisant weiter: Das Kleine brauche eine große Bühne. Nun mein Aber: Das Kleine braucht, um sich treu zu sein, eine kleine Bühne. Die Bühne der Überschaubarkeit und Verbundenheit, die Bühne, von der man ohne zu schreien verstanden wird.
Ich mag kleinartige Menschen, mir ist ein Kleinmaul sympathisch, ich bin lieber in Gesellschaft von Kleintuern und Kleinleisen. Sie sind oft groß, großmütig und großzügig.