Seit Montag vergangener Woche ist der italienische Jesuit Paolo Dall’Oglio in Nordsyrien verschwunden.
Ausgabe: 32/2013, panorama, syrien, entführung, paolo dall' oglio
07.08.2013
Ob er von islamistischen Dschihadisten oder von Regierungstruppen entführt wurde, konnte bislang nicht geklärt werden. Tatsache ist, dass P. Paolo wegen seiner offenen Kritik an den Verbrechen des Assad-Regimes im Juni 2012 aus dem Land abgeschoben wurde. Dennoch reiste er in den vergangenen Monaten wiederholt in die von Rebellen kontrollierten Gebiete Nordsyriens ein. Von der offiziösen „Free Syrian Army“ wurde er für seine interkonfessionelle Arbeit respektiert, nicht jedoch von den islamistischen Gruppen. P. Dall’Oglio studierte in den 70er Jahren in Beirut und Damaskus Arabistik und Islamwissenschaften und später in Rom Theologie. 1982 begann er, das uralte Kloster Der Mar Musa al-Habaschi zu revitalisieren. Im Jahr 1992 gründete er dort nach dem Vorbild von Taizé eine ökumenische Klostergemeinschaft, die sich seither vor allem dem christlich-islamischen Dialog gewidmet hat und damit viel Beachtung fand. Mit Österreich ist P. Paolo durch die Initiative Christlicher Orient (Prof. Hollerweger) und „Pro Oriente“ seit Jahren eng verbunden.