Natürlich hat H. C. Strache recht, wenn er sagt, der Herr Kardinal oder die Frau Oberkirchenrätin hätten nicht das Monopol über die „richtige“ Bibelauslegung. Ob allerdings sein mehrfach verwendeter Wahlplakat-Spruch „Liebe deine Nächsten. Für mich sind das unsere Österreicher“ überhaupt etwas mit der Bibel zu tun hat, muss sich Herr Strache schon fragen lassen. Aber vielleicht hat ja auch ein gewisser Jesus von Nazareth nicht das „Monopol“, das alte Gottesgebot von der Nächstenliebe richtig zu deuten. Er stellt nämlich im Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ ausdrücklich den als Vorbild hin, der hilft, ohne zu schauen, zu wessen „Volk“ der Notleidende gehört.