„Ich hebe viele Sachen auf, man weiß nie, ob man es noch brauchen kann“, erzählt Mario Riener. Der Fotograf bastelt in seiner Freitzeit leidenschaftlich gerne an Autos, alten Fahrrädern, Möbeln aber auch an Mülltonnen. Seine Triebfeder ist einerseits der Hang zum Nostalgischen, andererseits möchte er auch eine Antwort auf die Wegwerfgesellschaft geben.
Von der Idee zur Umsetzung.
Vor zwei Jahren wurden in Rieners Heimatort Zwettl an der Rodl die Mülltonnen ausgetauscht. Es gab das Angebot der Gemeinde, die alten Metalltonnen bei der Gemeinde abzugeben. Doch Mario Riener war überzeugt, er würde stattdessen eine sinnvolle Verwendung für das verzinkte Gefäß finden. Bis vor einigen Wochen stand es noch im Garten seines Hauses. In einer schlaflose Nacht kam ihm dann der Geistesblitz: Warum nicht einen Holzgriller daraus basteln? Die Materialien dazu sammelte er auf benachbarten Baustellen und am Dachboden zusammen. Der nötige Platz für eine richtige Werkstatt fehlt aber, so zimmert und schraubt er an seinen Objekten meist in der eigenen Hauseinfahrt. 2500 Stunden gehen da beispielsweise für die Restaurierung eines Opel Kadett C drauf. Im Garten steht seit kurzem eine neu gebastelte Sitzgelegenheit. Das Material: übrig gebliebene Betonplatten und Holzpaletten.
Berufliche Veränderung.
Das handwerkliche Geschick eignete sich der 30-jährige Zwettler schon im Jugendalter an. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über eine Tischlerlehre hin zu einem Studium für Sozialberufe. Eine Indienreise und zahlreiche Urlaubsbilder später entschied er, sich als freier Fotograf zu versuchen. Auch in seinem neuen Beruf bleibt er seinen Prinzipien treu: „Bei vielen Foto-Jobs mit Lebensmitteln werden teilweise Kisten mit Essen weggeworfen; ich kann nicht anders als sie mitzunehmen und meinen Freunden zu bringen.“ So sieht gelebte Nachhaltigkeit aus.