Klaus Rauscher über die erste CD von Catastrophe & Cure
Ausgabe: 2013/35, CD-Tipp, Catastrophe & Cure
28.08.2013
- Klaus Rauscher
Zunächst finden die Jungs von Catastrophe & Cure kein Label, das ihren ersten Longplayer „Like Crazy Doves“ vertreibt, dann räumen sie im heurigen Frühjahr den FM4 Award ab, woraufhin eine ausgedehnte Tour folgt, die dieser Tage ihren Höhepunkt beim FM4-Frequency-Festival fand. So könnte man in einem Satz den bisherigen Werdegang einer Band aus meiner Nachbarschaft beschreiben, die auszog, um Musik-Österreich zu erobern – mindestens! „We are going there, what we fulfill is destiny / Sometimes we lose, somtimes we win again“. Derart pathetisch und mit großen Gesten angereichert eröffnet die Boygroup ihr Album mit dem Titeltrack. Musikalisch eine melancholische Hymne, die seinesgleichen sucht. „Shipwreck“, die große Hitsingle, steht dem Opener um nichts nach und vermag mit druckvollem Schlagzeug und U2-Gitarren sogar noch eins drauf zu setzen. Besser wird’s dann aber nicht mehr und die restlichen Songs können mit den beiden Hits nicht ganz mithalten. Auch wenn bei „Nowhere“ noch einmal richtig aufgedreht wird und große Gefühle in „Missed the casting“ beschworen werden, mag man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass beide Tracks zu sehr nach den Amerikanern von Jimmy Eat World klingen – nur eben nicht ganz so gut. Und dennoch: „Like Crazy Doves“ ist ein beachtliches Indiepop-Debut, das ein großes Versprechen an die Zukunft dieser Band ist.
catastrophe and cure - like crazy doves (soundspur rec.)