Unter uns: Ein Regentag im Sommer lässt ohne schlechtes Gewissen das Wohnzimmer genießen.
Ausgabe: 2013/35, Wetter, Freizeit
28.08.2013
- Johannes Grüner
Der Regen und die relativ kühlen Temperaturen am vergangenen Wochenende waren für mich ein echter Segen. Kein schlechtes Gewissen, weil man seine Zeit bei sonnigem Wetter nicht sinnvoll verbringt. „Freizeitstress“ – ein Unwort sondergleichen. Stattdessen wurde das erste Mal seit dem Frühling der Kachelofen in Betrieb genommen. Ein Freifahrtschein, um das eigene Heim nicht verlassen zu müssen. Die Flamme muss ja schließlich am Leben erhalten werden. Die eigenen vier Wände bieten im Übrigen Abenteuer genug. Und wenn man sie nicht selbst erlebt, kann man sie nachlesen. Der Autor Fernando Pessoa meint: „Literatur ist die angenehmste Art, das Leben zu ignorieren.“ Ich vermute, meinen Freunden ging es ähnlich, denn auch das Telefon blieb stumm. Eine stille Übereinkunft, sich für den Sonntag nicht zu verabreden. Stattdessen eine warme Decke und heiße Schokolade. Manchmal ist es einfach schön, das Leben zu ignorieren. Wozu hat man denn ein gemütliches Wohnzimmer.