Wäre mit Jesu Geburt die Lösung all der Probleme auf die Welt gekommen, so müsste die Menschheit doch schon ein gutes Stück weitergekommen sein. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Ausgabe: 2013/51/52, Leitartikel
17.12.2013
Aber wo man hinschaut, die Probleme werden nicht weniger. Sind die einen gelöst, stellen sich neue an, von denen man früher nicht einmal ahnte, dass sie eines Tages die Menschen quälen würden. Eine Energiekrise, wer hätte daran zu Jesu Zeiten auch nur ansatzweise gedacht, oder daran, wie man mit dem Sack an Problemen durch Atomkraftwerke oder Autoverkehr fertig werden sollte. Als Problemlöser ist Jesus also nicht auf die Welt gekommen. Trotzdem hat sich mit seiner Geburt das Leben der Menschen von Grund auf geändert. „Fürchtet euch nicht!“ steht mitten im Weihnachtsevangelium. Nicht mehr von Ängsten getrieben, sondern von der Freude gelockt darf man leben. Das „Ich bin da“ – so der Gottesname im Ersten Testament – ist Fleisch geworden. „Wohin sollen wir gehen – Du hast Worte ewigen Lebens“, antwortet Petrus Jesus auf seine Frage, ob auch sie weggehen wollen – wie es offensichtlich viele andere getan haben (Johannes 6,68). Es gibt keinen Ort und es gibt keine Zeit mehr, die gottlos wären. Dass niemand da wäre – eine so tiefe Einsamkeit gibt es nicht mehr. Zurecht sind daher Weihnachtslieder vom Grundton der Freude geprägt.