Kenianerin treibt Zusammenarbeit der Kirchen voran
Die Kenianerin Dr. Agnes Abuom ist zur Vorsitzenden des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) gewählt worden. In der Geschichte des ÖRK ist sie damit die erste Frau in dieser Position.
Ausgabe: 2014/02, Abuom, ÖRK, ökomenisch
08.01.2014
- Susanne Huber
In einer Hügellandschaft im Nordwesten Kenias, den so genannten Nandi Hills, ist Agnes Abuom geboren und aufgewachsen. Ihre Mutter war evangelisch, ihr Vater katholisch und ihre Großeltern waren Mitglieder einer Pfingstkirche. So ist die Kenianerin gemeinsam mit ihren vier Brüdern bereits als Kind in einem ökumenischen Umfeld groß geworden. Nach dem Besuch einer anglikanischen Schule studierte sie Erziehungswissenschaften in Nairobi. Als dort 1975 die Vollversammlung des Weltkirchenrats tagte, kam sie erstmals mit der ökumenischen Bewegung in Kontakt. Wegen ihrer kritischen oppositionellen Haltung zum damaligen Präsidenten Daniel arap Moi musste sie die Universität verlassen und war einige Zeit als Journalistin bei der Zeitung der Weltkirchenratsvollversammlung tätig. Ein Jahr später floh sie nach Schweden, wo sie arbeitete und an der Universität Uppsala Philosophie und Geschichte studierte. 1989 kehrte sie nach Kenia zurück.
Prominente Ökumenikerin
Agnes Abuom ist Mitglied der anglikanischen Kirche und gehört seit vielen Jahren zu den prominentesten Vertreterinnen der ökumenischen Bewegung. Von 1999 bis 2006 war sie Präsidentin des Ökumenischen Rates der Kirchen für die Region Afrika. Ihre Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Frieden, Versöhnung und soziale Gerechtigkeit. Die Kenianerin berät internationale Organisationen in Fragen der Entwicklungszusammenarbeit und koordiniert soziale Aktionen für religiöse und zivilgesellschaftliche Verbände in ganz Afrika. Dem Zentralausschuss des ÖRK gehören 150 Delegierte an. Das Gremium leitet den Weltkirchenrat zwischen den alle sieben Jahre stattfindenden Vollversammlungen.