Dass es 2013 so viele Kirchenaustritte geben würde, damit hätte man nicht gerechnet. Der deutlich spürbare Aufbruch in der Kirche mit Papst Franziskus hat das nicht verhindern können. Zwei Zahlen geben zu denken. Besonders hoch war in Oberösterreich die Zahl der Austritte in den Monaten März und November, und zwar jeweils das Doppelte des Durchschnittswertes. Im März 2013 lief die Kampagne zum „Anti-Kirchen-Volksbegehren“. Dieses fand zwar viel weniger Unterstützung, als von den Organisatoren erwartet, hat aber offensichtlich doch manchen die Gründe geliefert, die Kirche zu verlassen. Die zweite Spitze lag im November. Ob Irritationen im Zusammenhang mit der Salzburger Bischofsernennung gegeben sind, bleibt dahingestellt.
Die Zahlen sind ernüchternd. Dennoch darf man sie mit etwas mehr Zuversicht betrachten als in anderen Jahren. Die Maßnahme, die dem entgegenwirken kann, ist in die Wege geleitet. Es ist der von Papst Franziskus bekräftigte Weg einer ehrlichen Kirche, den Freuden und Nöten der Menschen zugewandt. Es ist ein Feuer der Motivation zu spüren, das von innen her brennt. Die Ränder hat es noch nicht erreicht. Vielleicht waren auch die Erwartungen zu hoch. Irritationen, überhaupt negative Vorkommnisse, zeigen viel schneller Wirkung als die guten. Zerbrochen ist schnell. Aufbauen dauert. Besonders lange dauert es, wenn zunehmend mehr Menschen ihre Kirche nur noch aus den Medien wahrnehmen – und nicht mehr aus eigener Erfahrung. Kirche ist, wo man gern hingeht. Das ist die Herausforderung, die sich für die Zukunft stellt.