Die Sionsschwester Juliana Baldinger lebt im ägyptischen Dorf El Berba
Ausgabe: 2004/43, Baldinger, Sionsschwester, El Berba, Ägypten, Meggenhofen, Kairo, Sion
20.10.2004
- Josef Wallner
Das gesellschaftliche Klima in Ägypten wird Christen gegenüber zunehmend rauer. Die aus Meggenhofen stammende Sr. Juliana Baldinger, Solidaritätspreisträgerin der KIZ, arbeitet aber unbeirrt weiter inmitten einer muslimischen Umwelt.
Rund 10.000 Einwohner zählt das Dorf El Berba, 200 Kilometer südlich von Kairo. Fünf Minarette und ein Kirchturm prägen die Silhouette des Dorfes. El Berba ist die neue Heimat von Sr. Juliana. 85 Prozent der Bewohner sind Muslime, der Rest koptisch-katholische Christen. Obwohl die Christen von der gesellschaftlichen Stellung her Bürger zweiter Klasse sind, geben sie in sozialen Fragen den Ton an. Dank des Einsatzes von Sr. Juliana und ihrern pfarrlichen Mitarbeitern. Die Schwestern haben ein Kleinkredite-Programm gestartet, damit die Menschen ihre Wohnsituation verbessern können. Die besondere Sorge von Sr. Juliana gilt den jungen Frauen und Kindern. Im Kindergarten für Kinder mit besonderen Bedürfnissen betreut sie zur Zeit zwanzig Schützlinge. Auch eine Gruppe für gehörlose Kinder hat sie eingerichtet. Sie geht in die Häuser der Eltern, um sie für die Therapien ihrer Kinder zu ermuntern. Immer wieder entdeckt sie im Dorf behinderte Kinder, die aus Scham und Ratlosigkeit versteckt werden. Wie die kleine Ines, die auf dem Flachdach des Hauses jahrelang mit den Gänsen lebten musste. „Noch bleibt viel zu tun, um behinderten Kindern ein Leben in Würde zu ermöglichen“, ist sich Sr. Juliana bewusst. Aber der eingeschlagene Weg gibt ihr Zuversicht.
Konzert für Sionsschwestern
Einladung
Der erweiterte Kirchenchor der Pfarre Linz-Christkönig unter Leitung von Eduard Matscheko gibt am 26. Oktober 2004 um 19.30 Uhr in der Friedenskirche Linz-Christkönig, ein Konzert. Am Programm stehen Werke von A. Bruckner, F. X. Müller und B. Sulzer. Der Erlös des Abends kommt der Arbeit der Sionsschwestern im Nahen Osten zugute. Beim Konzert anwesend ist Sr. Anna Schwarz, die lange Zeit in Jerusalem gelebt hat. Sie wird vom Einsatz ihrer Gemeinschaft für Dialog und die Verständigung zwischen Christen, Juden und Moslems erzählen.