Pflegeleiter Manfred Schmidhuber (links im Bild) und die BewohnerInnen freuten sich über die Mithilfe der Jugendlichen.
In 32 Projekten konnten die jungen Christ/innen ihre Bereitschaft zu sozialem Engagement zeigen. Die KJ Marchtrenk arbeitete im Haus für Senioren Wels.
„Wir haben ,Vögele’ leergeräumt“, scherzen sie bei der Ankunft in der Welser Schauerstraße. Tatsächlich haben die sechs Jugendlichen aus Marchtrenk viele Schuhschachteln mit dabei. Schuhe sind aber keine drinnen – und das ist gewollt. Erinnerungsboxen bauen heißt der Auftrag, den die Gruppe bei der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ ausgefasst hat. Wie rund 3.500 Jugendliche in ganz Österreich stellten auch sie von 21. bis 24. Oktober ihre Talente und Kräfte in den Dienst der guten Sache. „Das ist ein großer Dienst an den Menschen. Ich freue mich, dass unter den jungen Menschen die Bereitschaft vorhanden ist, bei einem Sozialprojekt dieses Umfanges mitzumachen“, lobt LH Josef Pühringer die Aktion. Gemeinsam mit Caritasdirektor Mathias Mühlberger übergab er unter Anwesenheit von Bischof Maximilian Aichern und KA-Präsidentin Margit Hauft stellvertretend Aufträge an Jugendgruppen.
Erinnerungsboxen bauen
Die sechs Marchtrenker/innen haben sich über ihre Aufgabe informiert: In den Erinnerungsboxen sollen Dinge aus dem früheren Alltag der Älteren gesammelt werden. Mit diesen ist es möglich, Erinnerungstore für Menschen mit Gedächtnisproblemen zu öffnen und ihnen so das positive Gefühl des Sich-Erinnerns wieder zu geben. „Mit eurer wichtigen Arbeit baut ihr bei uns den Grundstock für diese Methode auf“, sagt Pflegeleiter Manfred Schmidhuber.
Zwei Maikäfer
Inzwischen haben sich zwei Bewohnerinnen zu den Jugendlichen gesellt und helfen beim Basteln mit. 58 Bewohner/innen hat das Haus in der Welser Schauerstraße, im kommenden Jahr wird in den Neubau übersiedelt. „Am fünften Mai“, sagt eine ältere Dame, die auf Besuch im Bastelraum vorbeischaut, „da hab’ ich nämlich Geburtstag“. „Wirklich? Ich auch“, sagt eine Jugendliche. „Dann sind wir also beide Maikäfer“, freut sich die Dame. Allgemeines Gelächter.
Wer da glaubte, Jugendliche und ältere Menschen könnten nicht miteinander, wurde eines Besseren belehrt und wer sich Jugend nur ich-bezogen und wenig sozial engagiert vorstellt, der sollte nach der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ nochmals gut drüber nachdenken. Mit der Diözesanjugendmesse und einem Fest im Schloss Puchberg ging die Aktion am Sonntag zu Ende.