Dass das Europäische Parlament der Nominierung Rocco Buttigliones zum EU- Kommissar nicht zugestimmt hat, hat viele Christen erbost. Von Diskriminierung bis zum Berufsverbot für gläubige Menschen ist die Rede.Ein Skandal, dass der Privatmensch Buttiglione Homosexualität nicht als Sünde bezeichnen darf. Und dass er als EU-Kommissar nicht fähig sein soll, zwischen persönlicher Überzeugung und den Vorgaben der EU zu unterscheiden. Hier fordern viele Christen vom EU-Parlament die Fairness der Unterscheidung zwischen persönlich und öffentlich. Zu Recht, wie immer man zu Buttigliones Aussagen stehen mag, die er als Politiker natürlich bewusst getätigt hat. Auffallend ist nur, dass viele, die jetzt für Buttiglione schreien, in vergleichbaren Fällen nicht zur Fairness bereit waren. Man braucht sich nur an das Hick-hack rund um den österreichischen Präsidentschaftswahlkampf erinnern. Weil Heinz Fischer sich als Agnostiker bezeichnet, sollte die offizielle Kirche ihn für Christen als unwählbar erklären, wurde gefordert. Weil offenbar ein Mensch ohne religiöses Bekenntnis nicht fair gegenüber gläubigen Menschen sein kann. Man dreht und wendet es, wie mans gerade braucht.