Es zählt zum Lebensgefühl auch vieler in Österreich: Was tun, wenn der Lohn am Konto schon längst überfällig ist? Und es auch sonst nicht viele Möglichkeiten gibt, noch zu Geld zu kommen? So ähnlich geht es mehr als 500.000 Flüchtlingen in Afrika, deren Lebensmittelration seit vergangener Woche um ein Viertel gekürzt, oder besser gesagt, eingespart wurde. Statt 2,5 Kilo kann das Welternährungsprogramm nur mehr 1,9 Kilogramm Getreide und Gemüse wöchentlich an jede und jeden austeilen. Der Grund ist einfach – für die ohnedies leidgeprüften Flüchtlinge aber schmerzlich: das Konto der UN-Organisation ist leer. Weil mit den nächsten Kontoanweisungen erst im Februar zu rechnen ist, muss bis dahin gespart werde. Dabei fehlen nur 11,6 Millionen Euro.
Walter Achleitner
Arafats Tuch
Die ersten Bilder vom Krankentransport Arafats nach Paris zeigten einen fremden Mann. Nicht nur, dass er von seinem Leiden gezeichnet ist: Er trägt eine Wollhaube statt der Kafiya am Kopf. Ein Bild mit Symbolwert, denn ob Arafat seine Krankheit überlebt oder nicht, mit dem deutlichen Zeichen körperlicher Schwäche, das jetzt in alle Welt gegangen ist, droht er seine Integrationsrolle bei den Palästinensern zu verlieren. Politische Macht hat der seit drei Jahren unter israelischem Hausarrest stehende Palästinenserpräsident ohnehin kaum mehr ausüben können. Für die Palästinenser steigt jetzt die Gefahr eines Bürgerkrieges zwischen der Hamas und Arafats Fatah-Bewegung. Die Terrorbedrohung für Israel wird noch größer. Und den palästinensischen Christen droht beim Tode Arafats der Verlust eines wichtigen Schirmherrn.