Als schönstes deutsches Wort hat am 24. Oktober der Deutsche Sprachrat den Begriff „Habseligkeiten“ gekürt, weil es „den Gegensatz zwischen dem menschlichen Streben nach Besitz und dem unerreichbaren Ziel der Seligkeit vereine“. Keine schlechte Wahl der Jury, die sie da in der Weltsparwoche auf den Tisch legte. Von Habseligkeiten spricht man gewiss nicht, wenn es um den Besitz der Reichen geht. Eher geht es um das Haben derer, die sich zu bescheiden wissen – und die dennoch glücklich sein können. Das Wort gesteht Menschen anderseits durchaus auch ein Haben zu und lässt sie nicht bloß von Luft und Liebe leben. Was ein Mensch braucht, soll ihm nicht vorenthalten bleiben. Und das ist die hohe Kunst des Lebens in einer Welt, in der sehr viel von rechtzeitiger Vorsorge, von materieller Absicherung gesprochen wird. Der Besitz und vor allem die Sorge darum drückt gewaltig auf die Seligkeit. Man muss sich um die Dinge kümmern, und so wird Besitz zum Kümmernis. Die Lust an den schönsten Dingen raubt sie einem, und sie führt weit weg von erlebter Seligkeit. Am Ende tut sich der Abgrund der Habgier, die mit nichts zu stillen ist, auf. Da kehrt die Frage zurück – und Menschen sollten sich diese nicht nur an Gräbern stellen – , wo denn die Seligkeit geblieben ist, und an welcher Stelle des Lebens man sie zurückgelassen hat. Unerreichbar – und das ist etwas, was man an der Jury-Begründung kritisieren könnte- ist Seligkeit dem Christen nicht.