Ausgabe: 2004/46, Kommentar, Fass ohne Boden, Spitalsreform, Schulden
11.11.2004
- Hans Baumgartner
Nun ist der Dauerstreit um die Reform des Gesundheitswesens wieder akut ausgebrochen. Im Zuge des Finanzausgleichs sollten Länder und Gemeinden mehr Geld für ihre Spitäler bekommen. Im Gegenzug sollten die Krankenkassenbeiträge und Rezeptgebühren angehoben werden. Teile der SPÖ und der Freiheitlichen sind gegen diese neuen Belastungen. Sie fordern eine Reform bei den Krankenhäusern, die immer mehr zum Fass ohne Boden werden. Damit haben sie einserseits recht. Denn bisher sind alle Anläufe zu einer vernünftigen Finanzierung und bedarfsgerechten Organisation der Spitäler am Prestige- und Machtdenken gescheitert. Andererseits benötigt eine tiefgreifende Reform, in der auch der steigende Pflegebedarf mitberücksichtigt wird, seine Zeit. Und bis dahin kann man Gesundheit nicht auf Pump (Schulden) haben.