Es liegt so an der Jahreszeit: der schönste Wintertag , dann wieder nasses Wetter. Der Schnee wird zum Matsch. Wege zu Fuß werden zu einer feuchten, unangenehmen Sache. Ab den Semesterferien geht die Sehnsucht mehr nach dem Frühling als zurück in den Winter. Doch der Frühling kommt nicht ohne diese dazwischen liegenden Tage.
Zeiten des Übergangs bringen ihre Unannehmlichkeiten. Das ist nicht nur eine Sache zwischen Winter und Frühling. Da geht es auch um ein Auftauen dessen, was sich in persönlichen Lebenseinstellungen festgefroren hat. Ein bisweilen unangenehmer Prozess, in dem das Leben zunächst aus den Fugen gerät. Doch wo Menschen in ihren „Starrsinnigkeiten“ verharren, wird auch die Chance des Neuaufbruchs ins Leben verpasst. Um Menschen gerade bei diesen schwierigen Prozessen des Lebens zu helfen, hat die Kirche genau in dieser Zeit des Übergangs vom Winter zum Frühling die Fastenzeit eingeführt. Menschen sollen weicher werden in ihren Haltungen, empfänglicher für andere statt nur überzeugt von sich selbst. Hören sollen sie lernen, was jemand wirklich sagen will, statt andere an ihren Äußerungen festzunageln. Mitfühlen, statt nur für sich selbst Mitleid zu erwarten.
Festnageln. Nägel spielen in der Fastenzeit auch eine Rolle – beim Betrachten des Kreuzweges. Christus, der die Lebenshoffnungen der Menschen neu geweckt hat und der das Festgefahrene der Religion aufgebrochen hat, haben sie festgenagelt am Kreuz. Nicht die Festnagler haben gesiegt. Eine ganz andere Hoffnung blühte auf.