
Der Dombauverein hat viele Jahre eher ein Schattendasein in der Öffentlichkeit gehabt. Warum wirbt er jetzt um Mitglieder?
Josef Pühringer: Der Dombauverein wurde sinnvollerweise mit der Initiative Pro Mariendom vereinigt. In den 170 Jahren seines Bestehens hat er Großartiges geleistet, aber er und Pro Mariendom wollen dasselbe: den Dom mehr in die Herzen der Oberösterreicher bringen und für die notwendigen Restaurierungsarbeiten Spenden sammeln. Unser Ziel ist es nun, einen möglichst großen Freundeskreis oder „Fanclub“ für den Dom zu schaffen.
Dazu bringt der Dombauverein eine eigene Zeitschrift heraus ...
Pühringer: Die Zeitschrift „Unser Mariendom“ soll Wertschätzung für jene Menschen ausdrücken, die den Dom unterstützen. Es soll viermal im Jahr erscheinen und richtet sich an alle, die in den letzten zehn Jahren den Dom unterstützt haben und deren Adresse wir verwenden dürfen. Dazu kommen die derzeit rund 400 Mitglieder des Dombauvereins, die Pfarren, öffentliche Einrichtungen und in dieser Ausgabe die Leser:innen der Kirchenzeitung.
Was erwartet neue Mitglieder im Dombauverein?
Pühringer: Wir wollen ein Bindeglied zwischen dem Dom und den Interessierten sein und über die Geschichte des Doms, seine Kunstschätze, aber auch das Leben im und um den Dom berichten. Dazu gehört zum Beispiel das Benefizkonzert des früheren Domkapellmeisters Josi Habringer unter anderem mit dem Collegium Vocale, die am 9. Mai die „Carmina Burana“ von Carl Orff aufführen. Die Absolventen des Petrinums veranstalten einen Kabarettabend mit Günther Lainer und Ernst Aigner zugunsten des Petrinerfensters und wir planen „Domgespräche“. Für ein solches hat bereits Physik-Nobelpreisträger Anton Zeilinger zugesagt.
In den vergangenen Jahren hat die Initiative Pro Mariendom sehr viel für den Dom gesammelt, es konnte viel bewirkt werden. Dennoch sagten Sie mir jüngst: Es ist noch nicht vorbei. Was steht also derzeit an?
Pühringer: Ein Bauwerk wie der Mariendom hört nie auf, immer auch eine Baustelle zu sein. Derzeit stehen der Kapellenkranz, zwei Altäre und drei weitere der Gemäldefenster im Fokus unserer Bemühungen. Wir haben über 100 Glasfenster im Dom, für die Restaurierung von drei bis vier im Jahr hat die Glasmalerei in Schlierbach die Kapazitäten.
Woher kommt ihre eigene Motivation, sich für den Mariendom einzusetzen?
Pühringer: Ich kenne den Dom schon seit meiner Kindheit, aber die besondere Bindung begann in meiner Zeit als Landeshauptmann: Im Dom habe ich große kirchliche Ereignisse in unserem Land erlebt, die über die Kirche hinausstrahlen: Bischofsweihen, das Reformationsfest am Domplatz 2017, die Seligsprechung Franz Jägerstätters, große Erntedankfeiern … Und ich bin einfach überzeugt, dass unser Mariendom auch für künftige Generationen das sein soll, was er für uns ist: die gebaute Mitte des Glaubens in Oberösterreich.
Der gedruckten Ausgabe der Kirchenzeitung 4/2026 liegt die erste Ausgabe der Zeitschrift „Mein Mariendom“ bei. Sie informiert über den Dom, Veranstaltungen und die Mitgliedschaft bei Pro Mariendom – OÖ Dombauverein.

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