In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Für eine Begleitung mit rhythmischen Gitarrenklängen schienen die Lieder aus dem Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ auf den ersten Blick kaum geeignet. Walter Nimmerfall aus Pram hatte jedoch eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen: In fünfjähriger Arbeit schrieb der Gitarrenlehrer und Liedermacher sämtliche Lieder des Gotteslobes für die Gitarrenbegleitung nieder.
Dabei passte der Musiker die Tonlagen an und achtete besonders auf eine einfache Spielbarkeit. Sein Werk verstand er keineswegs als Konkurrenz zum Orgelspiel, sondern vielmehr als erfrischende Ergänzung. Nimmerfall sagte zur Kirchenzeitung: „Es soll ein kleiner Beitrag sein für ein bisschen Abwechslung und Lebendigkeit.“ Ihm lag am Herzen, dass die Lieder aus dem Gotteslob nicht nur gesungen, sondern auch bewusst erlebt werden. Mit viel Sorgfalt hatte der Gitarrenlehrer jedes einzelne Lied Blatt für Blatt handschriftlich niedergeschrieben, inklusive der passenden Begleitgriffe. Diese intensive Auseinandersetzung habe in ihm eine tiefe Verbundenheit entstehen lassen: eine große Liebe zu den Texten und Melodien, die weit über das bloße Spielen hinausging. Die Reaktionen aus verschiedenen Pfarren, in denen der Musiker schon des Öfteren Gotteslob-Lieder mit der Gitarre begleitet hatte, waren vorwiegend positiv. Nimmerfall: „Die Leute sind überrascht, weil die Lieder mit der Gitarre auf einmal einen ganz anderen Charakter bekommen. Sie sind frischer und schwungvoller!“ Mit seiner meditativen Liedermappe verband Nimmerfall übrigens kein Gewinndenken. Deshalb war es auch nicht sein Bestreben, das Werk verlegen zu lassen. Er sagte: „Ich denke eher an Kopien.“
Nimmerfall ist jedenfalls bis heute von der Liebe zur Musik erfüllt. So gibt er seine Leidenschaft immer noch durch Gitarrenwochenend- und Grundkurse weiter.
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