In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Die aus Münzkirchen stammende Künstlerin Judith Huemer entwarf drei Elemente für den neuen Kirchenplatz in Schönau im Mühlkreis. Die „Trilogie für Schönau“ nimmt Bezug auf die Etappen eines Lebensweges und verweist zugleich auf die Kirche als zentralen Ort und Kraftplatz. Die Komposition lädt am historischen Pilgerort zu Begegnung, Innehalten und spirituellen Erfahrungen ein.
Bereits vor mehr als zehn Jahren gab es die Absicht, den Platz vor der Pfarrkirche Schönau neu zu gestalten. Im Juni 2025 erfolgte schließlich der Startschuss zu den Umbauarbeiten, die Segnung durch Pfr. Martin Truttenberger und die offizielle Eröffnung wurden mit einem Pfarrfest am 26. April 2026 gefeiert. Nun sind auch die grünen Oasen gut sichtbar, wie die aktuellen Bilder zeigen.
Ziel des Bauvorhabens war die Errichtung eines ökologisch zeitgemäßen, ansprechenden und vielseitig nutzbaren Kirchenplatzes für die Pfarre Schönau. Auch ein Kunstprojekt war geplant. Dazu wurde vom Fachbereich Kunst der Diözese Linz zusammen mit dem Verschönerungsverein und der Pfarre Schönau im Mühlkreis ein künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben, den Judith Huemer, Professorin an der Akademie der bildenden Künste in Wien und OÖ. Landeskulturpreisträgerin, für sich entscheiden konnte.
Die Pfarrkirche von Schönau im Mühlkreis ist ein historischer Ort mit Pilgertradition. In früheren Zeiten führte ein Pilgerweg von Nordeuropa über die Schönauer Jakobskirche nach Süden bis nach Santiago de Compostela in Nordspanien. In den letzten Jahren ist dieser spirituelle Weg mit dem „Johannesweg“ wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt. An diese Tradition knüpft die künstlerische Komposition von Judith Huemer an, die aus den drei Elementen Pilgerstab, Bodenlinie und Ellipse besteht. „Mir war es wichtig, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, das die Etappen eines Lebensweges erfahrbar macht, in Anlehnung an die Pilgertradition der Jakobskirche – Aufbruch, Suche, Ankommen und immer wieder neu Aufbrechen“, sagt Künstlerin Judith Huemer. „Die Skulptur als Sinnbild des Lebenswegs vereint Gegensätze – Erdung und Aufwärtsbewegung, Stabilität und Dynamik – schlicht, reduziert, kontemplativ. Die goldglänzende Oberfläche verbindet die Besonderheit des Lebens mit dem sakralen Ort. Das Werk lädt ein zum Innehalten – und ist doch in Bewegung: Es verändert sich mit dem Licht, der Tageszeit und den Menschen.“ Die „Trilogie für Schönau“ ist auch ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kunst und Spiritualität einander befruchten: „Kirche als Ort von Spiritualität und Kunst findet hier ein eindrucksvolles Zusammenspiel“, sagt dazu Martina Gelsinger vom Fachbereich Kunst.
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