In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Jana Harnett kommt mit dem Fahrrad, der Schweiß rinnt ihr von der Stirn. Es ist ziemlich warm hier in Irland an diesem Freitag, dem 26. Juni. „Ich habe gehört, dass heute der heißeste Tag seit 127 Jahren ist“, sagt die Mitarbeiterin der Reiseagentur, mit der die nächste Leser:innen-Reise von Kirchenzeitung und Biblische Reisen organisiert wird – und diese führt vom 17. bis 23. April 2027 nach Irland und Nordirland. Die Temperaturen werden dann im Frühling gut verträglich sein. Wie immer wartet auf die Leser:innen ein köstliches Menü aus Kultur, Geschichte, Natur und Religion: Beeindruckende Landschaften und Gartenanlagen in verschiedenem Grün, mehr weidende Kühe als Schafe, die man bald nur noch von Ansichtskarten kennen wird, raue Küsten, eine frische Meeresbrise, das Naturwunder Giant’s Causeway (der Fußweg des Riesen, der aus vielen Basaltsäulen besteht), die gigantische Hängebrücke Carrick-A-Rede, Hillsborough Castle and Gardens (nordirische Residenz des Königs, erst seit Kurzem für die Öffentlichkeit geöffnet), Downpatrick mit dem St.-Patrick-Zentrum, in dem die Geschichte des Nationalheiligen St. Patrick erzählt wird, ein Besuch der Grabstätten von St. Patrick und St. Brigid stehen auf dem Programm. Eine Fahrt zum ehemaligen Kloster Monasterboice mit dem Muiredach-Kreuz, das als schönstes Hochkreuz Irlands bezeichnet wird, bringt die Besucher:innen ganz nah zu dem, was viele mit Irland verbinden. Keltische Kultur, monastische Traditionen, Murals in der Shankill und Falls Road in Belfast, das Titanic-Quartier mit einem multimedialen Museum, das alle Stücke spielt und für Groß und Klein ein Abenteuer sein kann. Die Insel verbindet Alt und Neu.
Nach dem Besuch des Titanic-Museums trifft einen die Hitze umso mehr. Dass man auf der grünen Insel mit sonst angenehmen Temperaturen um die 20 bis 25 Grad so ins Schwitzen kommt, ist ungewöhnlich. Tatsächlich wurde der heißeste Juni seit 140 Jahren gemessen. Für die Iren eine Herausforderung – und auch für manche Gäste, Besucher:innen und Arbeiter:innen, die aus der ganzen Welt hierherkommen. „Irland ist heute multikulturell und hat sich in den letzten zehn Jahren sehr verändert“, erzählt uns Reiseleiter Peter Wachs. Er arbeitet in Belfast und führt hier Tourist:innen durch markante, geschichtsträchtige Viertel. In den Straßen sind die alten Konflikte noch präsent: Flaggen an den Häusern machen klar, zu welcher Fraktion man gehört. Ist man „britisch“ oder „irisch“? Will man zurück zu England oder nicht? – Peter Wachs lebt seit 40 Jahren in Irland und hält die alten Konflikte für überholt. „Die werden mehr für die Tourist:innen erzählt und wiederbelebt. Heute ist es egal, ob du katholisch, protestantisch, Methodist, Muslim oder ohne Bekenntnis bist. Das Problem hat sich verlagert: Es geht um Ausländerfeindlichkeit und Rassismus.“ So ordnet er – genauso wie der Bischof von Derry Donal McKeown – den Straßenkampf ein, der unlängst für Aufregung sorgte. „Der Krieg ist vorbei, der Konflikt dauert an, hat aber nicht mit Religion zu tun. Es geht um die Frage, ob man sich als Engländer oder als Ire fühlt“, sagt Bischof Donal, der sich für ein Gespräch mit den Österreichern viel Zeit genommen hat.
Zurück zu Jana Harnett von der Reiseagentur. Sie hat mittlerweile ihr Rad abgestellt. Mit ihr und Mona Schinke wird beim Italiener ums Eck das Reiseprogramm besprochen. An die 30 Grad hat es hier und die Pasta essen wir bei gefühlt 35 Grad im ersten Stock ohne Klimaanlage. Auch die Fenster lassen sich nicht öffnen. Sonst kein Drama, aber in diesen Hitzetagen doch herausfordernd. Das alte irische Haus liegt an einem Fluss, eine herrliche Lage zum Flanieren. Die Stimmung in der Stadt ist entspannt oder chillig, wie man heute in Österreich sagen würde. Und ein kühles Lüftchen kündigt sich schon an. – In Dublin ist ein Besuch im Nationalmuseum mit Kunstschätzen von der prähistorischen Frühzeit bis zum Ende des Mittelalters geplant, ebenso die Besichtigung des Trinity College mit dem berühmten Book of Kells (lateinische Handschrift aus dem 9. Jahrhundert) sowie der alten Bibliothek. Auch ein Besuch im Storehouse der Guinness-Brauerei darf nicht fehlen. Dazwischen immer wieder Kirchen, Schlösser, Gartenanlagen, Landschaften. Der Abschlussgottesdienst wird in der katholischen St. Mary’s Cathedral von Dublin sein. Anschließend geht es weiter zum Malahide Castle, einem der ältesten und bedeutendsten Schlösser Irlands. Im Hafenstädtchen Howth, das mit seinem malerischen Hafen und frischer Meeresluft noch einmal irische Luft schnuppern lässt, heißt es dann „Bye-bye, Ireland.“ – Und wir sagen: „See you next time in April.“
Ein kleiner Ausblick auf das Reiseprogramm:
1. Tag: 17. April, Bustransfer von Linz, Aer Lingus ab München 10:45 Uhr / an Dublin 12:20 Uhr, Lufthansa ab München 08:35 Uhr / an Dublin 10:05 Uhr, Fahrt in den Norden nach Belfast. Stadtrundfahrt mit Fotostopps am Rathaus, Queens University sowie im Westen Belfasts mit seinen „Murals“. Möglichkeit zum Besuch des katholischen Vorabendgottesdiensts. Hotelbezug für drei Nächte in Belfast.
2. Tag: 18. April, Hauptstadt Nordirlands, Belfast. Fahrt zum CS Lewis Park, weiter zum nordirischen Parlament im Stormont Castle. Fahrt zum Titanic Quarter und weiter in das Besucherzentrum „Titanic Belfast“, das durch seine Architektur ein „Hingucker“ ist. Hier lief die Titanic 1912 vom Stapel.
3. Tag: 19. April, Höhepunkte des Nordens. Fahrt in den Norden zur St. John RC Church in Coleraine und Möglichkeit zur Begegnung mit Bischof McKeown. Weiter vorbei am Dunluce Castle, einer Schlossruine aus dem 14. Jh. auf einem Felsen oberhalb der Küste gelegen, und Besuch des Giant’s Causeway, einer Felsformation aus Basaltsäulen. Weiter nach „Carrick-A-Rede“ und kleine Wanderung zur dramatischen Seilbrücke.
4. Tag: 20. April, der heilige Patrick. Besuch von Hillsborough Castle and Gardens. Weiter geht’s nach Downpatrick: Das St.-Patricks-Zentrum erzählt die Geschichte des irischen Nationalheiligen, der ein bedeutender Impulsgeber der Christianisierung der Insel gewesen ist. Besuch der traditionellen Grabstätte St. Patrick’s, wo auch die Nationalheilige St. Brigid ihre letzte Ruhestätte gefunden haben soll. Anschließend Fahrt zum ehemaligen Kloster Monasterboice, dessen Muiredach-Kreuz als das schönste Hochkreuz Irlands gilt. Danach Fahrt nach Dublin, Hotelbezug für drei Nächte.
5. Tag: 21. April, Gartentraum und Klosteridyll. Wenige Kilometer von Dublin entfernt liegt Wicklow, bekannt als „der Garten Irlands“. Das Powerscourt Estate ist eine Gartenanlage mit zahlreichen Teichen und vielen kleinen Gärten. Wir besuchen die Destillerie. Weiter geht die Fahrt nach Glendalough, einer Klosteranlage im Tal der zwei Seen. Das Kloster wurde im 6. Jahrhundert vom heiligen Kevin gegründet und war trotz vieler Plünderungen durch die Wikinger 600 Jahre lang ein blühendes Anwesen. Besuch eines „Traditional Irish Evening“.
6. Tag: 22. April, Dublin. Besuch im Nationalmuseum, Besichtigungen im Trinity College mit dem Book of Kells und der alten Bibliothek, Besuch des Guinness Storehouse. Um 17:30 Uhr Evensong (anglikanisch) in der
St. Patrick’s Cathedral.
7. Tag: 23. April, Abschlussgottesdienst in der katholischen St. Mary’s Cathedral. Anschließend Fahrt zum Malahide Castle und zum Hafenstädtchen Howth, anschließend kurzer Transfer zum Flughafen Dublin und Rückflug nach München. Aer Lingus ab Dublin 16:10 Uhr / an München 19:35 Uhr, Lufthansa ab Dublin 17:55 Uhr / an München 21:10 Uhr, Bustransfer nach Linz.
Reisepreis für KiZ-Abonnent:innen: € 2.300,–. Anmeldung:
Tel. 02243 353 77-11, Petra.Tretera@biblische-reisen.at
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