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„Ziel ist es, Perspektiven aufzuzeigen, Ängste abzubauen und aufzuzeigen, dass Entwicklung individuell verläuft – mit der nötigen Sicherheit, professioneller Begleitung und verlässlichen Rahmenbedingungen“, sagt Soziallandesrat Christian Dörfel zur Angehörigentagung, die letzten Freitag zum zweiten Mal in Linz stattgefunden hat.
Im Mittelpunkt standen die drei zentralen Lebensbereiche Wohnen, Arbeit und Ehrenamt. Bei der Angehörigentagung fanden dazu Themengespräche statt, es gab Beratungsangebote von Vertreter:innen verschiedener Institutionen, zudem gab Birgit Kubik in einem Impulsvortrag Einblick in ihre Erfahrungen als Mutter eines Kindes mit Beeinträchtigung.
Ein wichtiger Schritt war für Birgit Kubik, sich einzugestehen, dass man auch ein Kind mit Beeinträchtigung irgendwann loslassen muss: „Schon als unser Sohn Max noch ein Kind war, war für mich klar, dass er mit 18 Jahren in eine Wohngemeinschaft ziehen wird. Als Max jedoch 17 Jahre alt war, drängten sich viele Sorgen und Ängste in den Vordergrund: Ein Kind mit Beeinträchtigung, das rund um die Uhr auf Unterstützung, Pflege und Aufsicht angewiesen ist? Wie soll das funktionieren? Gleichzeitig mussten wir uns eingestehen, dass wir Max in seiner Entwicklung nicht unbedingt förderten.“
Heute lebt Max in einer vollbetreuten Wohngemeinschaft. So manche festgefahrenen Verhaltensmuster seien aufgebrochen, und Max sei – wie seine Eltern – viel entspannter geworden. Kubik: „Es war ein langer Prozess. Wir mussten als Eltern lernen, uns zurückzunehmen. Doch jedes Mal, wenn wir ihn sehen, stellen wir fest: Wie ist er doch gewachsen in dieser Zeit.“
Mit dem Ausbauprogramm 2026/27 werden laut Dörfel insgesamt 200 neue, bedarfsgerechte Wohnplätze in Oberösterreich geschaffen, die „individuelle Betreuung mit größtmöglichem Freiraum verbinden“.
Auch berufliche Perspektiven sind ein wichtiger Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. Mit der Einrichtung des Inklusionsservices im Mai 2024 gibt es eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörige.
Durch die Servicestelle konnten bereits 22 Personen erfolgreich im ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen, heißt es vonseiten des Sozialressorts. Stefan Hutter, Präsident der Lebenshilfe OÖ und selbst Bruder einer Frau mit Beeinträchtigung, sagt: „Wir müssen die von uns begleiteten Menschen ermutigen, sich zuzutrauen, selbstständig zu handeln. Um Selbstbestimmung zu ermöglichen, dürfen wir als Angehörige mutig sein, neue Wege auszuprobieren.
Und Renate Hackl, Leiterin der Gruppe Leistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen vom Land Oberösterreich, ergänzt: „Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam gelingen kann. Angehörige und Mitarbeiter in Einrichtungen sind auf diesem Weg Unterstützer, Mutmacher und zugleich Sicherheitsanker, wenn Hürden auftauchen.“
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