Am 3. März 1940 schlossen Franziska und Johann Permanschlager den Bund fürs Leben. Heute blicken sie auf 65 gemeinsame Ehejahre zurück.
Es war an einem Winterabend im Jahr 1940, als Franziska Aigner ein Klopfen am Fenster hörte und ein Mann um Nachtquartier bat. Gerade wollte sie ihn an den benachbarten Bauern verweisen, da erkannte sie seine Stimme. Es war die von Johann Permanschlager, der zu dieser Zeit als Mitglied der Militärmusik an der französischen Grenze stationiert war. Er hatte sich 14 Tage Heimaturlaub erbeten, um Franziska zu heiraten. Eine Woche später fand die Hochzeit im Familienkreis statt. Es folgte eine gemeinsame Flitterwoche, dann trennte der Krieg die beiden Frischvermählten. Als Johann Permanschlager im November 1944 auf Besuch heimkam, war sein Sohn bereits vier Jahre alt. Neun Monate später schenkte seine Frau einer Tochter das Leben. Am Heiligen Abend des Jahres 1946 kehrte der Militärmusiker nach 23-monatiger Gefangenschaft in Russland endgültig nach Hause. „Das war vollkommen überraschend. Wir haben beide geweint“, erinnert sich Gattin Franziska. 1947 wurde Johann Permanschlager berufsmäßiger Organist in Vöcklamarkt. Als das Geld nicht mehr reichte, ging er zur Straßenmeisterei. Der Musik blieb er immer treu. Er erlernte insgesamt zehn Instrumente und spielte auf Hochzeiten, Bällen und Geburtstagsfesten. Außerdem leitete er 35 Jahre lang den Kirchenchor. Obwohl Franziska Permanschlager. oft mit den – inzwischen sechs – Kindern alleine zu Hause war, unterstützte sie die musikalische Leidenschaft ihres Mannes. „Sicher waren wir nicht immer einer Meinung, aber gestritten haben wir uns nie“, sagt die 89-Jährige.
Ein wichtiger Bestandteil im Eheleben des Jubelpaares ist das tägliche gemeinsame Beten. Sofern es die Umstände erlauben, beten die beiden jeden Morgen den Rosenkranz. „Das dauert eine halbe Stunde“, sagt der Jubilar. „Wenn wir vor dem Frühstück nicht fertig werden, machen wir nachher weiter.“ Er, der als Musikant so viele Hochzeitsmessen miterlebt hat, wundert sich, dass die Priester bei den Trauungen nicht mehr auf den Wert des gemeinsamen Betens hinweisen. „Das ist der Hauptgrund für das Bestehen einer Ehe.“ Noch heute ist der bald 90-Jährige als Organist in Vöcklamarkt tätig. Mindestens drei Mal in der Woche erklimmt er die 44 Stufen zur Orgel. Zudem leitet er den Begräbnischor. Weil nicht mehr alle Finger einsatzfähig sind, kann Johann Permanschlager außer der Orgel nur mehr Akkordeon spielen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt damit hatte er vor gut einem Jahr bei einem Seniorennachmittag. Das Lebenselexier des vierfachen Urgroßvaters? „Ich trinke jeden Tag eine Halbe Bier und einen Cognac.“ Und während seine Gattin den Kaffee aufsetzt, packt er sein Akkordeon aus und gibt ein Ständchen zum Besten. Vöcklamarkt scheint ein guter Boden für beständige Ehen zu sein: Im Jänner feierten Karoline und Georg Holzinger ebenfalls die „Eiserne“.