Endlich soll auch Österreich über jenen Fonds verfügen, der es bei Katastrophen im Ausland erlaubt, rasch Hilfsgelder bereitzustellen. Das entsprechende Budgetbegleitgesetz, das am 1. März verabschiedet wurde, ist zwar erfreulich, stellt gleichzeitig aber auch einen bedenklichen Schritt dar. Denn es sieht vor, dass der Fonds auch durch private Spenden finanziert wird. Heißt das, in Zukunft versendet das Finanzministerium auch Spendenerlagscheine, damit Österreich nach einem Erdbeben, Hurrikan oder Tsunami helfen kann? Oder ist es nicht vielmehr die Bankrotterklärung, wenn im Budget des zehntreichsten Landes der Welt für Derartiges kein Geld mehr vorhanden ist? Eine Möglichkeit gäb’s noch: die staatlichen Hilfsgelder mit Zinsen wieder einzutreiben.
Walter Achleitner
Ein würdiger Tod?
„Das Meer in mir“ des spanischen Regisseurs Alejandro Amenábar erhielt den Oscar für den besten „nicht-englischsprachigen Film“. Er erzählt die wahre Geschichte des Seemanns Ramon Sampedro, der nach einem Badeunfall querschnittgelähmt ist. Er verzweifelt immer mehr am Leben und verlangt für sich einen „würdigen Tod“. Weder bei Gerichten noch bei einem Priester findet er die ersehnte Hilfe. Bis ihm eine Freundin einen Becher mit Zyankali herrichtet. Der Film geht unter die Haut, er lässt mitleiden – und wirbt unverhohlen für die Euthanasie. Eine ähnliche Botschaft war erst kürzlich in einem Tatort-Krimi zu sehen. Das ist kein Zufall, sondern Strategie: Ohne andere Wege aufzuzeigen wird mit großem Gefühl das moderne Dogma der absoluten Selbstbestimmung gepredigt. Wohin das die Gesellschaft führt, wird verschwiegen.