Kathryn Williams zelebrierte auf ihren beiden letzten Alben „Little Black Numbers“ und „Old Low Light“ die Stille und schenkte uns damit schöne Momente der Geborgenheit und Einkehr. Nach diesen beiden Folk-Wunderdingern war’s dann einige Jährchen still um die Engländerin, ehe sie kürzlich das Cover-Album „Relations“ veröffentlichte. Sie habe die Liebe zur Musik verloren und hoffe, diese mit den Interpretationen fremder Songs wieder zu finden, hieß es. Bei diesem bunten Tracklisting von Neil Young über Stephen Malkmus hin zu den Bee Gees und Nirvana durfte man wirklich auf die Darbietung von solch unterschiedlichem Liedgut gespannt sein. Doch es dauert nicht lange, da kehrt sich die Spannung in Langeweile: Die Stimme der Engländerin bleibt über weite Strecken blass und die Songinterpretationen bleiben einfallslos. So wundert es nicht, wenn so herrlichen Songs wie Cohens „Hallelujah“, Velvet Undergrounds „Candy Says“ oder Nirvanas „All Apologies“ der Glanz verloren geht. Es bleibt die Hoffnung, dass Williams bis zur nächsten Platte die Liebe zur Musik doch noch findet und dann ihre Songs wieder in den unterschiedlichsten Farben schillern können.
Kathryn Williams – Relations erschienen bei Warner Music).