In den letzten Tagen bot eine Supermarkt-Kette – ihr Name sei nicht genannt – zehn Stück gefärbte Eier für 79 Cent an. Dass Bauern dagegen protestieren ist nur verständlich.
Im Vorjahr war es die Milch, die ein Disconter als „Schleudermilch“ zu einem Spottpreis auf den Markt gebracht hat, jetzt sind es Eier.
Aus vordergründigen Motiven wird ein bedenkliches Spiel getrieben. Menschen wird das gesunde Gespür für das genommen, was Grundlebensmittel kosten dürfen – und dass diese in der Tat kostbar sind.
Ehrliche Arbeit lohnt sich nicht. Diesen Schluss müssen Bauern ziehen, die gute Qualität bieten wollen – und die dafür einen gerechten Preis erwarten. Da nimmt es auch nicht Wunder, wenn Lebensmittel immer häufiger im Müll landen. Kostet ja kaum was! Es gibt ja keinen Mangel, werden Befürworter solcher Schleuderpreis-Aktionen einwenden. Den Mangel gibt es sehr wohl! Gegenwärtig spielt sich dieser in unseren Breiten als Mangel an Gespür ab. Dem „Osterei“ wird zudem die ursprüngliche Symbolkraft als Lebenszeichen genommen, wenn es zum fast wertlosen Massenprodukt verkommt.