Der vegetarische Techno-Professor mutierte 2001 mit „Play” zum hymnischen Synthie-Wunder, das es zu Weltruhm brachte. Das Nachfolgealbum „18” festigte den Statuts. Dance-, Ambient- und Metalklänge rückten in den Hintergrund oder wurden gänzlich ausgelöscht. 2005 weicht Moby keinen Zentimeter von seiner erfolgreichen wattebauschigen Synthiepopwelle ab. Doch spätestens beim zweiten Durchhören des Albums merkt man, dass die elektrischen Gitarren stärker akzentuiert sind. Dass Moby diesmal fast alle Songs selber singt, wird zwar auf Verwunderung stoßen, doch muss auch zugegeben werden, dass er dabei keine schlechte Figur macht. Trotzdem sind die wahren Highlights von „Hotel” nicht die lauten Gitarrenheuler, sondern die leisen, verhaltenen Songs. Allen voran der so hymnische New Order Hit „Temptation”. Vorgetragen von Laura Dawn, löst es sich hier fast in einem Hauch von Nichts auf. „Dream About Me” als sanfter Schmusesong verleiht der Seele dann wirklich Flügel. Als grandioser Songwriter wird Mr. Melville Hall wohl nie in die Geschichte eingehen. Ist aber auch nicht unbedingt notwendig – die Stimmung, die seine Songs verbreiten, sagen manchmal mehr als viele Worte.