Ausgabe: 2005/15, Kirche mit vielen Gesichtern, Nachfolger, Fellinger, Kardinäle
13.04.2005
- Matthäus Fellinger
Sedisvakanz. So heißt die Zeit, in der der Stuhl des Nachfolgers Petri verwaist ist. Dennoch steht die Kirche nicht ohne Leitung da. In dieser Zwischenzeit kommt deutlicher zum Ausdruck, was auch sonst gilt: Dass Kirche immer unter der (Beg)leitung des Heiligen Geistes steht und dass Christus es ist, an dem sich Kirche orientiert. Und dann stehen in dieser Zwischenzeit die Gesichter der 115 Kardinäle im Zentrum, die den neuen Papst wählen.
Kirche ist immer konkret, gebildet von Menschen aus Fleisch und Blut. Die Gemeinschaft, das Kollegium, die Versammlung derer, die an Christus glauben, hat in der Kirche hohes Gewicht. „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter ihnen“, sagt Christus. Nicht in einsamen Entscheidungen, sondern im gemeinsamen Überlegen kommt der Geist Gottes somit verlässlich zum Ausdruck. Ein Papst ist Förderer und Beschützer solcher Gemeinsamkeit. Er trägt Sorge dafür, dass die weltweiten Erfahrungen zu einem gemeinsamen Weg zusammenfinden.
Österreichs Bischöfe, so auch Maximilian Aichern, bitten die Gläubigen, die Zeit der Wahl im Gebet zu begleiten. Das ist die dritte Dimension: Letztendlich treffen auch Kardinäle ihre Entscheidungen nicht einsam, sondern getragen von Menschen, für die sie stehen. Damit man nicht für Menschen betet, die man gar nicht kennt, zeigt die Kirchenzeitung in dieser Ausgabe die Gesichter der Kardinäle – nennt ihre Namen und ihre Herkunft. Sie tragen hohe Verantwortung.