Gedacht als Überbrückung der Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz, ist Sabine heute froh, dass sie sich dieses Jahr gegönnt hat.
Sabine ist 19 und maturierte im Vorjahr. Bei der Aufnahmeprüfung zur Physiotherapie-Ausbildung vertröstete man sie auf das nächste Jahr. Ein Jahr warten, irgendein Studium beginnen oder arbeiten, das waren die Alternativen – oder ganz etwas anderes. Eine Freundin erzählte ihr vom Freiwilligen sozialen Jahr. Sabine begann im vergangenen Herbst in der Sozialwerkstatt Oase in Haslach zu arbeiten. Dort werden 20 Menschen mit Behinderungen beschäftigt, etwa die Garten- und Parkgestaltung für die Gemeinde oder die Anpassung von Elektrokabeln werden gemeinsam erledigt.
Herzliche Aufnahme
Die anfängliche Nervosität und Angst von Sabine wich bald. „Ich fühlte mich schnell wohl.“ „Sie ist ein vollwertiges Mitglied und wir freuen uns immer über die Hilfe der Mitarbeiterinnen im Freiwilligen sozialen Jahr“, so Walter Gierlinger, Leiter der Sozialwerkstatt Oase. Auf Fragen, was denn das Freiwillige soziale Jahr sei, erklärt Sabine: „So wie der Zivildienst, nur eben wirklich freiwillig.“ Organisiert wird das Freiwillige soziale Jahr über einen Verein. Während dieses Jahres ist man voll versichert, erhält einen geringes Entgelt und kann Fortbildungen in Anspruch nehmen. Aber nicht nur für Soziales kann man sich engagieren: Im Freiwillig Ökologischen Jahr sind die Einsatzorte Biobauernhöfe, Naturschutzorganisationen oder Museen.Sabine wird im Sommer die Aufnahmeprüfung wieder probieren. Und sie hat nicht ein Jahr verloren, sondern gewonnen. Und für die künftige Berufswahl weiß sie, dass sie Kontakt mit Menschen braucht.
Infos über das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) www.fsj.at, Infos zum Freiwillig Ökologischem Jahr (FÖJ): www.jugend-umwelt-netzwerk.at