Elisabethinen: Sr. Immaculata managt Österreichs größte Dialysestation
Ausgabe: 2005/18, Elisabethinen, Immaculata, Dialysestation, Hofer, St. Martin
06.05.2005
- Josef Wallner
Das schönste Kompliment, das man einer Ordensfrau machen kann, hat Sr. Immaculata von der Selbsthilfegruppe der Dialyse-patienten und Nierentransplantierten Oberösterreichs erhalten. In ihrer Vereinszeitschrift schreiben sie: „Sr. Immaculata verkörpert, was die heilige Elisabeth, die Ordensgründerin, ihren Schwestern als Leitspruch mit auf den Weg gab: in Fröhlichkeit den Menschen dienen“.
Im Jahr 1968 waren die „Liesln“ in Linz das erste Krankenhaus, das im „Westen“ Österreichs an Nierenpatienten eine regelmäßige Blutwäsche durchführen konnte. Entsprechend überlaufen war die Station, die Anzahl der Behandlungsplätze und das Personal wurden ständig aufgestockt. So kam auch Sr. Immaculata 1971 vom Labor des Spitals auf die Dialysestation. Und dort ist sie bis heute geblieben. Medizinisch hat sich in den vergangenen Jahrzehnten für Menschen ohne funktionierende Nieren viel zum Besseren gewendet, die psychische Belastung – vor allem am Beginn der Dialyse – ist aber geblieben. „Erst kürzlich hat mir eine Frau gestanden, wie ihre Hände gezittert haben, als sie das erste Mal zu uns kommen musste. Sie konnte kaum die Türschnalle drücken“, erzählt Sr. Immaculata: „Zwanzig Jahre ist das aus, aber erst jetzt hat sie darüber geredet. Geholfen hat ihr, wie ich auf sie zugegangen bin.“ Über solche Rückmeldungen freut sich die Schwester und ohne falsche Bescheidenheit weiß sie, dass das ihre große Stärke ist: Ansprechpartnerin für die Ängste der Patienten zu sein und ein familiäres Klima auf der Station zu schaffen: „Die Patienten sind an drei Tagen in der Woche da, eine Atmosphäre des Redens und Vertrauens ist enorm wichtig.“ Die Einteilung der 42 Dialysebetten, das Jonglieren mit den Terminen und Wünschen der Patienten, der Dienstplan – die Anforderungen an die 65-jährige Ordensfrau sind beträchtlich, dennoch kommen die Gebetszeiten nicht zu kurz. Vor allem möchte sie den abendlichen Besuch in der Kapelle nicht missen: „Dort lege ich meine Sorgen ab.“ Ihr Leben beschreibt Sr. Immaculata als einen „erfüllten Weg – in der Ordensgemeinschaft und am Arbeitsplatz.“ Solange sie gesund bleibt, möchte die vermutlich längst dienende Dialyseschwester Österreichs weiter auf der Station bleiben. Ein Mann, der seit Jahren zur Blutwäsche kommt, bringt das Geheimnis ihres Einsatzes auf den Punkt: „Sie lebt mit den Dialysepatienten.“