Vor 60 Jahren wurde das KZ Mauthausen befreit. Das Gedenken an die Opfer und die Aufklärung über die Geschehnisse sind bis heute wichtig, meint Irmgard Aschbauer.
Sie war zehn Monate alt, als der Krieg zu Ende war. Zu Irmgard Aschbauers prägenden frühen Kindheitserinnerungen in Gmunden gehören die Gespräche der Erwachsenen über das nationalsozialistische Regime und das nahe gelegene KZ Ebensee (Außenlager von Mauthausen). Mit 14 Jahren stand sie zum ersten Mal in der Gedenkstätte Mauthausen. „Ich gehöre nicht zu denen, die über die NS-Zeit und die Gräuel, die da geschehen sind, nichts gehört haben. Sowohl in der Schule als auch in der persönlichen Umgebung wurde darüber gesprochen“, betont Aschbauer. Erst später habe sie gemerkt, dass die „Normalität“ eher das (Ver-) Schweigen war. Deshalb engagiert sie sich auch seit vielen Jahren in der Gedenkarbeit, „weil uns nur das bewusste Hinschauen hilft, den Opfern gerecht zu werden und jene Ideologien zu entlarven, die so viele zu Tätern, Mitläufern und Zuschauern machten.“ Aschbauer sieht darin auch einen Auftrag als Christin, denn „nur die Wahrheit wird euch frei machen“ stehe in der Bibel. Seit Mitte der 80er Jahre arbeitet sie deshalb als Vertreterin der Kirche aktiv im Vorstand der Lagergemeinschaft mit und war wesentlich an der Gründung der Nachfolgeorganisation „Mauthausen Komitee Österreich“ beteiligt.
Aschbauer ist überzeugt: „Wer sich näher mit dem ,System‘ Mauthausen beschäftigt,wird nicht mehr bereit sein, Rechtsradikalismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesell-schaft tatenlos hinzunehmen.“