Ausgabe: 2005/18, Wachsam bleiben, Die Journalisten, Europarat, Euthanasie,
06.05.2005
Wachsam bleiben
Drei Jahre hat der liberalerSchweizer Abgeordnete Dick Marty versucht, im Europarat ein Dokument durchzubringen, in dem zur Legalisierung der „aktiven Sterbehilfe“ (Euthanasie) geraten wird. Am vergangenen Mittwoch wurde seine Vorlage im Europarat mit riesiger Mehrheit abgelehnt. Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hat dies als „breites europäisches Signal“ gegen die aktive Sterbehilfe bezeichnet. Es wäre schön, wenn es so wäre. Tatsache aber ist, dass die breite Mehrheit gegen die Vorlage erst zustande kam, nachdem die Euthanasie-Gegner mit knapper Mehrheit mehrere Zusätze in das Marty-Papier hineinreklamiert hatten, sodass letztlich auch die Befürworter der Euthanasie an dem Papier keine Freude (mehr) hatten. Deshalb gilt es, wachsam zu bleiben!
Hans Baumgartner
Die Journalisten
Dass in Österreich oft und gerne über Journalisten geschimpft wird, mag auch an den Leserinnen und Lesern liegen. Oft heißt es, jedes Land habe die Medien, die es verdiene. Der in Ecuador tätige Salesianer Javier Herrán (Seite 11) meinte unlängst: „Es sind im Wesentlichen Journalisten, die jeden Tag gegen die Korruption ankämpfen. Sie tragen besonders dazu bei, dass die richtigen Informationen auch an die Leute kommen.“ Am Höhepunkt sozialer Proteste in Ecuador hat Julio Garcia Romero gezeigt, was das heißt: aus „ungeklärten Umständen“ kam der Pressefotograf in einer von der Polizei gelegten Rauchbombe ums Leben. Journalisten werden getroffen, im Jahr 2004 – dem tödlichsten seit langem – starben 53, doch der Angriff gilt der Pressefreiheit. Und sie kann den Mächtigen auch zum Verhängnis werden, wie das Beispiel Ecuador zeigt.