In „Frauen.Macht.Los?“ hat Judith Brandner die Folgen der Globalisierung für Frauen aufgezeigt. Dafür erhält sie nun den Herta-Pammer-Preis.
Es ist „wunderschön“, freut sich Judith Brandner, dass ihre Radiokollegreihe „Frauen.Macht.Los?“ am 20. Juni ausgezeichnet wird. Ganz persönlich freue es die freie Journalistin, weil es vier Mal 15 Minuten Sendezeit sind, hinter denen so viel Arbeit steckt – von der ersten Planung bis zur Fertigstellung hat es fast ein Jahr gedauert. Aber noch mehr ist es die Tatsache, dass die Katholische Frauenbewegung Österreichs, die den Preis vergibt, damit ihrem Anliegen eine so große Bedeutung beimisst. „Ich wollte zeigen, wie sich die Globalisierung auf die Frauen in aller Welt auswirkt.“ Und drittens: „Weil ausgerechnet diese Reihe ein enormes Echo ausgelöst hat“, wie kein anderer Beitrag in ihrer 20-jährigen Tätigkeit als Radiojournalistin: „Es war das richtige Thema. Es hat bewegt.“ Dabei sei es nicht so leicht, mit dem Themenmix aus Frauen und Entwicklungspolitik ins Radio zu kommen. „Ich bin dankbar, dass es Ö1 gibt. Wer sonst sendet das noch?“ Warum sich die gebürtige Salzburgerin den Menschenrechten speziell widmet? 1998 wurde sie vom Presseclub Concordia dafür ausgezeichnet. „Ungerechtigkeiten empören mich! Wenn ich sie schon nicht verändern kann, dann will ich sie wenigstens aufzeigen.“ Nur noch exklusiver ist ihr Lieblingsthema: die Vergangenheitsbewältigung japanischer Gräueltaten zwischen der Invasion in der Mandschurei (1931) bis zum Kriegsende durch den Einsatz der US-Atombomben (1945), erklärt die ausgebildete Japanologin.