Ausgabe: 2005/26, Kommentar, Stadterneuerung, Die Angst der Unis, Gewalt gegen Arme, Unizugang
01.07.2005
Stadterneuerung
Es waren immer die Armen, für die Robert Mugabe in Zimbabwe Politik gemacht hat – wenn man den Worten des 81-jährigen Langzeitpräsidenten Glauben schenkt. Dass es ausgerechnet die Armen sind, denen es seit Jahren immer noch schlechter geht, das sei nur die Propaganda seiner Gegner. So kommt auch Mugabes jüngstes Programm ausschließlich Armen zugute: im Kampf gegen blühenden Schwarzmarkt und illegale Siedlungen gehen Bulldozer gezielt gegen Wellblechsiedlungen vor. In nur einem Monat wurden offiziell 120.000 – Menschenrechtsgruppen sprechen gar von bis zu 250.000 – Personen obdachlos. Und zynischerweise wird das Vorgehen gegen Armenviertel, in denen Mugabes Opposition stark vertreten ist, als Stadterneuerung ausgegeben.
Walter Achleitner
Die Angst der Unis
An Österreichs Universitäten herrscht derzeit nicht nur Prüfungsstress. Es geht auch die Angst um, wie man im Herbst den möglichen Ansturm von ausländischen Student/innen bewältigen soll. Am 7. Juli entscheidet nämlich der Europäische Gerichtshof darüber, ob es zulässig ist, dass Studierende aus EU-Ländern nur dann einen Uniplatz in Österreich bekommen, wenn sie auch zu Hause ein Anrecht zum Studium haben. Vermutlich wird der EuGH diese Praxis aufheben und eine Gleichstellung mit den österreichischen Studierenden fordern. Das hieße freier Zugang für alle – oder Aufnahmehürden auch für heimische Studierende. Das hört sich sehr ungerecht an. Andererseits aber fordern wir vehement, dass Arbeitskräfte aus den neuen EU-Ländern nur zu unseren Lohn- und Sozialbedingungen und nicht zu denen ihrer Heimatländer bei uns arbeiten dürfen.